• Christine Dicker

IVSH: Branche vor großen Herausforderungen

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Mitte September trafen sich die Mitglieder des IVSH zu ihrer Jahrestagung in Lübeck. Es gab ein umfangreiches Rahmenprogramm, es wurde aber auch ein Fazit zur aktuellen Geschäftslage gezogen: Nach sehr guten Zuwächsen im vergangenen Jahr habe sich die Lage mittlerweile in allen Bereichen deutlich verschlechtert.


Konkret zeigten die verbandseigenen Erhebungen für die ersten sechs Monate des laufenden Jahres folgendes: Die Umsätze der Schneidwarenindustrie hätten anfangs noch einmal deutlich zugelegt, oftmals sogar zweistellig. Gleiches gelte auch für die Besteckindustrie, die im ersten Halbjahr einen Umsatzzuwachs von gut 8 % erwirtschaftet habe, wobei der Absatz jedoch nur um knapp 1 % gewachsen sei, was als eindeutiges Indiz für die tatsächliche Lage des Marktes gewertet werden müsse. Im Bereich von Haushalt-, Küchen- und Tafelgeräten hingegen seien die Geschäfte schon zu Jahresbeginn deutlich schlechter gelaufen, und bis zur Jahresmitte habe sich hier ein Minus von 9 % ergeben.

Alle Frühindikatoren deuten eindeutig darauf hin, dass sich auch die Umsätze bei Schneidwaren und Bestecken inzwischen in diese Richtung bewegen. Die Situation im Fachhandel sei geprägt durch zu hohe Lagerbestände und, passend dazu, zu geringen Abverkäufen. Im Bereich Hotel-Gastronomie und Catering gingen die Geschäfte noch vergleichsweise gut, wobei dieser Bereich massiv unter Kostensteigerungen, Fachkräftemangel und kleineren Kassenbons pro Gast leide.


Zurückhaltung zeige sich auch im Möbelhandel, und geradezu dramatisch stelle sich die Situation aktuell in Gartenfach- und Baumärkten dar, wo es inzwischen Überlegungen gebe, aufgrund der gestiegenen Energiekosten die Märkte an ein bis zwei Tagen die Woche zu schließen.


Eine Flaute zeige sich auch bei einem der Hauptreiber der vergangenen zwei Jahre, dem Direct to Consumer Business. Hier verzeichnete die Branche in den beiden vergangenen Jahren Umsatzsteigerungen von durchschnittlich 40 % - von diesen Werten sei man aktuell weit entfernt.


Die tiefgreifende wirtschaftliche Krise wirke sich nicht nur auf das Konsumverhalten der Verbraucher aus, auch die Unternehmen der Schneid- und Haushaltswarenindustrie seien von den dramatischen Kostensteigerungen betroffen. Und zwar sowohl in der eigenen Produktion als auch im Falle von Fremdfertigung und -bezug in anderen Teilen der Welt.

Der IVSH erwartet, dass sich die Situation in den kommenden Monaten weiter zuspitzen werde. Der Verband werde die anstehenden Herbstsitzungen nutzen, um gemeinsame Strategien zur Bewältigung der Krise zu erörtern. Schwerpunkte würden dabei Themen wie Energie und Materialbeschaffung und ebenso der künftige Auftritt auf den Messen des Faches sein.

www.ivsh.de

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