• Christine Dicker

Ganz schön anders und erfolgreich!

- EXKLUSIV: KONZEPTE -


„Wir sind kein Fachmarkt, sondern ein sehr gut sortiertes Fachgeschäft mit Haushaltswaren!“ begrüßt uns Uwe Baumann in seinem Euronics XXL Markt in Bayreuth. Nach dem im Oktober 2019 abgeschlossenen Umbau hat sich auf der Fläche viel verändert – so viel, dass aus ganz Deutschland Euronics Händler vorbeikommen, um sein Konzept anzuschauen.

Aber der Reihe nach: Der 1964 von Baumann gegründete Markt zog 1988 an den jetzigen Standort in der Ludwig-Thoma-Straße 20 in Bayreuth. Wurde immer wieder erweitert, umgebaut und modernisiert bis er seine heutige Größe von 1100 m² erreicht hatte. Vor neun Jahren stand dann die Entscheidung an: Bleiben oder neu und noch größer bauen? Uwe Baumann entschied sich dafür zu bleiben – auch weil er an dem Standort über ein excellentes Kabelnetz verfügt. Und das ist für ihn elemantar – denn der Fachmarkt ist das eine Standbein des Unternehmen, das andere ist, dass Baumann der größte Kabel-TV-Versorger von Bayreuth ist. Darum ist das Kabelnetz so wichtig.

Baumann, der seit 15 Jahren den Euronics XXL mit seinem Bruder führt, hat seinen Markt regelmäßig umgebaut. Vor zwei Jahren stand wieder solch eine Maßnahme an. Aber der Inhaber wusste auch, dass Euronics an einem neuen Auftritt für seine Märkte arbeitete. Das Ergebnis wollte er abwarten – die Zeit bis dahin nutzte er, sich Gedanken zu machen. Reiste durch ganz Deutschland, schaute sich Fachgeschäfte aus anderen Branchen an und hatte dann auf Rügen in einem Restaurant ein Aha-Erlebnis. Beim Warten auf sein Essen drückte man ihm einen Pager in die Hand. Der piepte los, als das Essen fertig war. Uwe Baumann sagte sich, das ist es: „Meine Kunden müssen manchmal warten, bis ein Berater frei ist. Warum ihnen nicht einen Pager geben, der ihnen signalisiert, jetzt bin ich dran?“ Und weil kein Kunde Lust hat, mit einem Pager in der Hand herumzustehen, hatte Baumann gleich die nächste Idee: Seine Kunden können jetzt im hauseigenen Café Kaffee trinken, Kuchen essen und sich die Zeit vertreiben, bis der Berater frei ist. Kaffee und Kuchen sind selbstverständlich kostenlos. Auf Nachfrage von Infoboard erklärt der Inhaber, dass die ersten beiden Tage schon ein paar Leute dieses Angebot ausnutzten, aber mittlerweile habe sich das gelegt.


An jedem Tisch im Cafè steht auch ein Laptop zur Verfügung. „Ich weiß doch, dass die Kunden eh im Netz recherchieren, wo was am günstigsten ist. Das können sie jetzt bei mir tun“, erklärt er selbstbewusst. „ Ich kann und will nicht am billigsten, aber diese Transparenz ist mir wichtig“. „Wenn der Kunde sitzt, dann fühlt er sich wohl, dann kann ich ihn beraten, ihm noch zusätzlich etwas verkaufen.“ Und darum blickt man vom Café auch auf die Innovationswand auf der besondere Produkte Lust auf mehr machen wollen. Aber dazu später mehr … Stichwort Wohlfühlen. Das ist Baumann extrem wichtig. Sein Euronics XXL setzt auf viel Deko und hat stets den Kunden im Blickpunkt. Wenn der zum Beispiel nicht im Café sitzen möchte, dann kann er einen der insgesamt 28 Sitzplätze nutzen, die der Fachmarkt bietet. Auch das ist ein einzigartiges Angebot in Deutschland für einen Fachmarkt! So sind zum Beispiel Sofas im TV-Bereich platziert – fast wie zu Hause. Um gleich eine Frage vorweg zu nehmen: Bei Baumann verkaufen sich Fernseher noch sehr gut – was sicherlich mit seinem Standbein als Kabel-TV-Versorger zusammenhängt. Oder auch damit, dass Kunden sehen können, wie ein Bildschirm vor welcher Wand wirkt. Denn die Bildschirme hängen mal an einer tapezierten, mal an an einer gestrichenen oder einer grob verputzten Wand.

Das ist eine weitere Idee von Uwe Baumann: Alle Produkte seines Fachmarktes sind so wie auch zu Hause aufgebaut. Neben den bereits erwähnten Fernsehern sind das unter anderem Drucker und Zubehör, weiße Ware, Herde – die sind übrigens erhöht, damit sich der Kunde nicht bücken muss – Kaffeemaschinen samt verschiedenen Kaffeebohnen, Staubsauger, Elektrokleingeräte, Handys mit integriertem Telekomstore und sogar ein eigener kleiner Applestore. Für den hat Baumann gekämpft und ihn auch durchgesetzt.

Bei Baumann gibt es viele solcher individueller Lösungen. So zum Beispiel vor dem Café die bereits oben erwähnte Innovationswand, auf der zum Beispiel ein pinkfarbener Drucker steht, oder ein Toaster von Smeg. Die Ware hier ist nicht ausgepreist, sondern soll dem Kunden beim Kaffeetrinken Impulse geben. Der absolute Hingucker ist ein Smeg Kühlschrank in Form eines Fiats – „den musste ich unbedingt haben“, sagt Baumann. Und hat ihn zusammen mit Rudolf Reill, Regionalleiter Fahmärkte von Euronics sogar extra aus Italien geholt. Schon ein wenig verrückt … Anders ist auch, dass die 16 Mitarbeiter im Verkauf keinen eigenen Arbetsplatz mehr haben, sondern mit dem Tablet an der Ware vekaufen. Oder im Cafè beraten. Dafür gibt es jetzt als zentrale Anlaufstelle einen Infopoint in der Mitte des Marktes.

Gut dass Uwe Baumann, die zwei Jahre nutzte, um seinen neuen Markt zu planen. Das neue Design von Euronics hat er aber letztlich nur im Außenbereich verwendet, „innen passte es einfach nicht mehr zu meinen Ideen … „, schmunzelt er. Aber in Rudolf Reill fand er einen verständnisvollen Partner, der ihn in vielerlei Hinsicht unterstützte. Auch bei der Aufplanung. Insgesamt investierte er in den Umbau seiner Bayreuther Marktes und dem in Pegnitz (der ist mit 446 m² kleiner, aber ebenso konzipiert) 400000 €. Das wurde auch deshalb möglich, weil 80 % der Warenträger in den Geschäften nur aufgepeppt und nicht vollständig erneuert wurden. Das ist zudem nachhaltig … Wichtig war Baumann auch hier wieder, dass das neue Design zwar wertig ist, aber nicht so abgehoben, dass sich die Kunden nicht mehr wohlfühlen. Das ist gelungen: „ Die Stammkunden sind begeistert vom jetztigen Zustand der beiden Häuser“, freut sich Baumann.

Viele neue Ideen, die Baumann realisiert hat. Die aber auch deshalb funktionieren, weil die Mitarbeiter voll dabei sind. Sie wurden mit Unterstützung der Euronics umfassend geschult, und nicht nur in punkto Fachwissen, sondern auch im Bereich Kundenumgang. Heute coachen sie sich gegenseitig … Als Betriebswirt ist natürlich für Baumann wesentlich, dass sich das alles rechnet. Die vielen Goodies wie das Kaffee, die Innovationswand oder die zahlreichen Sofas bedeuten, dass weniger Ware gezeigt werden kann. Baumann sagt dazu nur eines: „Ich lehne mich entspannt zurück, es läuft. Alle Ideen haben sich bewährt, das merke ich am Umsatz“. Gratulation! www.euronics-baumann.de

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