• Hartmut Kamphausen

Kommunikation, bitte!

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Hersteller und Handel müssen (wieder) mehr miteinander reden. Das wurde während der Podiumsdiskussion mit Vertretern beider Parteien im Rahmen der Bundestagung des Handelsverbandes Koch- und Tischkultur, die am 14. und 15. Mai in Düsseldorf stattfand, deutlich.



Innerhalb der interessanten Vorträgen am ersten und zweiten sowie informativen Best-Practice-Beispielen und Workshops am zweiten Tagungstag bildete die Podiumsdiskussion einen Angelpunkt der Veranstaltung, deren Inhalte im anschließenden Branchenabend von den Tagungsteilnehmern aufgearbeitet werden konnten. Die Teilnehmer Christina van Dorp, Bonn, Peter Franzen, Düsseldorf und Maximilian Schreiner, Regensburg, von der Handelsseite sowie Jan Dibbern, Dibbern GmbH, Michael Kasper, WMF Group GmbH, und Eike Christian Radtke, Zwiesel Kristallglas AG, von Herstellerseite machten den vorhandenen Abstimmungsbedarf insbesondere bei Rabattaktionen aber auch bei der Warenverfügbarkeit und -lieferung in teilweise markanten Worten spürbar.



Neben dem insgesamt durch den E-Commerce entstehenden Preisdruck sorgen vor allem Preisaktionen mit Onlinehändlern aber auch Couponing-Aktivitäten mit dem LEH beim stationären bzw. Multichannel-Fachhandel immer wieder für Kritik am Herstellerverhalten. „Gerade in der Vorweihnachtszeit, die für den stationären Handel im Hinblick auf den Umsatz extrem wichtig ist“, so Christina van Dorp, „sind solche Rabattaktionen bei den Herstellern sehr beliebt.“


Aber auch die schleppende oder unterschiedliche Belieferung des Handels gegenüber direkten Einkäufen von Konsumenten beispielsweise auf herstellereigenen Websites wurde intensiv kritisiert: „Wie lässt sich die Kompetenz des Fachhandels bei einer angegebenen Lieferzeit von sechs bis acht Wochen darstellen, wenn der Kunde über das Internet in zwei bis drei Tagen beliefert wird“, merkte beispielsweise Maximilian Schreiner an. Und Peter Franzen zeigte ergänzend die extrem schlechten Referenzen gegenüber Kunden auf, die bereits durch eine zeitverzögerte Rückmeldung der Hersteller auf Händleranfragen entstehen.


Neben dem Hinweis der Herstellervertreter, dass durchaus auch Händler zu den Preis-nach-unten-Treibern im Netz gehörten, zeigten diese sich bereit, im Dialog mit dem Handel Möglichkeiten beispielsweise über eine Ausdifferenzierung der Sortimente oder des Vertriebs zu schaffen, um die Erfordernisse des Handels nach kalkulierbaren Preisen zu erfüllen. Die Hersteller machten aber auch deutlich, dass punktuelle Aktivitäten mit Onlinehändlern für die Marken notwendig sind, um beispielsweise ihre Präsenz bei Zielgruppen, die nicht durch den stationären Fachhandel abgedeckt werden, zu erhalten.


Konsens bestand, dass Hersteller und Handel der Branche „in einem Boot“ sitzen und nach Lösungen für die aufgezeigten und auch die nicht angesprochenen Fragen und Diskrepanzen gesucht werden muss - am besten im Dialog.


Informationen, Hintergründe und Tipps


Nach der Begrüßung durch Verbandspräsidentin Christina van Dorp und die Themeneinführung von Geschäftsführer Thomas Grothkopp, für den es die letzte Tagung in seinem aktiven Berufsleben war, wurde das Auditorium über aktuelle gesellschaftliche und handelsrelevante Entwicklungen in anschaulich-unterhaltsamer ebenso wie in didaktisch-zielführender Art informiert. Relevanz bei allen Vortrags- und Workshopthemen hatte die Digitalisierung als Nukleus der aktuellen dynamischen Veränderungen nicht nur der Handelslandschaft.


So gab Stephan Grünewald vom Rheingold Institut eine gesellschaftspsychologische Einschätzung der Situation in Deutschland, der stellvertretende IKEA-Geschäftsführer Michael Mette stellte beeindruckende Zahlen und Entwicklungen von der Stromautonomie des Gesamtkonzerns bis hin zur Zahl der unterschiedlichen Nationalitäten bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie interessante Prozesse zur Optimierung der Convenience beim Möbelhändler dar.


Synergien kosten Freiheit lautete das Fazit von Dr. Benedikt Erdmann, Sprecher des Vorstandes Soennecken eG, der die Möglichkeiten und Grenzen von Verbundgruppen auslotete. Ist das Internet der wirkliche Feind des Handels und der Innenstädte, fragte Retailexperte Frank Rehme. Beispielhaft zeigte er an der Future City Langenfeld, mit welchen Mitteln und Maßnahmen lebendige Innenstädte möglich sind. Für ein lebendiges Betriebsklima und Offenheit für die Generation Z plädierte Human Capital Evangelistin Dr. Steffi Burkhart. Das Wissen um das Denken und Wollen der Generation sind für den Handel immens wichtig, ob die Z-ler als Kunde oder als Kollege auftreten.


Best Practice aus dem Handel von Jürgen Weitz aus Hannover und Rudolf Freund aus Eging am See, Fragen des Pricing und der Relevanz der Marke sowie Workshops zu den Themen Kennzahlen, Prozessoptimierung, Preisverfall und Inszenierung von Produkten rundeten das Programm der Bundestagung ab.


www.bwb-online.de/gpk/index.html



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