• Hartmut Kamphausen

Pandemie-Effekte auf das Nutzungsverhalten im Netz

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Die Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung (agof) veröffentlicht ihren Jahresbericht mit detaillierten Analysen zu Reichweitensteigerungen und inhaltlichen Präferenzen der User im Corona-Jahr 2020. Der Bericht zeigt die starke Nachfragen nach Themen rund um die Gesundheit, aber auch den Koch- und Backboom im Digitalen auf.  

 

Bereits zum dritten Mal publiziert die agof, die als Joint Industry Committee (JIC) aus den führenden deutschen Internet-Vermarktern, Agenturen und Werbungtreibenden die Standards und Maßstäbe für digitales Marketing setzt und damit die Professionalität, die Qualität und das Wachstum des Werbemediums Internet sichert, einen statistischen Jahresrückblick aus der Online-Perspektive mit Basisinformationen, themenspezifischen Nutzungsdaten und wissenschaftlichen Analysen digitaler Trends. In dieser Hinsicht unterscheidet sich der Digital Report 2020 nicht von seinen Vorgängern. Inhaltlich jedoch schon. Denn die Corona-Pandemie stellte nicht nur den Alltag der Menschen auf den Kopf, sie veränderte auch massiv das Nutzungsverhalten im Netz. Im Fokus stehen daher diesmal die Effekte des Virus, die anhand der Daten der agof Markt-Media-Studie daily digital facts nicht nur aufgezeigt, sondern auch differenziert untersucht werden.

Grundsätzlich ist festzustellen: Der Digitalisierungsschub, der mit der Corona-Krise einherging, machte sich auch bei der Nutzung interaktiver Medien deutlich bemerkbar. 2020 war ein Rekordjahr. Die Zahl der Internetnutzer stieg auf 60,39 Millionen (plus 860.000 im Vergleich zum Vorjahr), was bedeutet, dass nur noch 13,6 Prozent der deutschen Wohnbevölkerung ab 16 Jahren zu den Non-Onlinern zählen.

 

Die von der agof erhobenen und ausgewiesenen digitalen Medienangebote legten sogar um 1,39 Millionen Unique User zu und erreichten erstmals eine Nettoreichweite jenseits der 60 Millionen-Marke (exakt: 60,02 Millionen Unique User). Noch beachtlicher: Die Reichweiten für den durchschnittlichen Tag, die die Nutzungshäufigkeit abbilden, lagen 22,5 Prozent über denen des Vorjahres. De facto bedeutete das: 2020 griffen im Schnitt 39,28 Millionen User (56,9 Prozent der Bevölkerung) tagtäglich auf Websites und Apps zu, die von der agof gemessen, geprüft und ausgewiesen wurden.


Welche Themenbereiche und Usergruppen maßgeblich zum Wachstum der digitalen Medien beitrugen, wird im 34 Seiten starken Digital Report ebenso beleuchtet, wie die Auswirkungen einzelner, tagesaktueller Ereignisse. Hier drei Beispiele: Der reichweitenstärkste Tag war der 16. März 2020 mit 50,14 Millionen Unique Usern, der Tag der Pressekonferenz der Kanzlerin zum ersten, bundesweiten Lockdown. Der Themenbereich mit dem größten Wachstum waren die Online-Angebote aus dem Segment „Gesundheit“ mit einem Plus von 47,6 Prozent im Monatsschnitt gegenüber 2019 und knapp vier Millionen „neuen“ Usern im Jahresverlauf. Und die größte Steigerung des Tages-Rekords zum Vorjahr wiesen die digitalen Inhalte aus dem Bereich „Wissenschaft“ mit 8,37 Millionen Unique Usern am 16.03.2020 und einem Zuwachs von 119 Prozent im Vergleich zum Spitzenwert 2019 auf.

 

Dass Content aus den Bereichen News, Gesundheit, Wissenschaft und Wirtschaft 2020 stark nachgefragt sein würden, ist keine Überraschung. Deshalb widmet sich der agof Digital Report in diesen vier Segmenten vor allem der Hintergrund-Analyse von Zielgruppen, Strukturen und Auffälligkeiten. Zudem werden Lebensbereiche beleuchtet, die während und zwischen den Lockdown-Phasen für die Internetnutzer besondere Relevanz hatten. Online-Shopping, der neue Koch- und Back-Boom oder Reisen in angespannten Zeiten – im Digital Report 2020 finden sich z.T. bemerkenswerte Fakten zum Echo im Netz.


Abrufbar ist der Digital Report 2020 (inklusive aller Grafiken auch im PPTX-Format) ab sofort kostenfrei unter https://www.agof.de/studien/digital-report/. Abb.: agof

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