• Christine Dicker

Spatenstich für Jura Campus

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Ende Oktober erfolgte der Spatenstich bei Jura im schweizerischen Niedrbuchsiten zu einem 20-Millionen-Franken-Neubauprojekt: Dem Jura Campus, der dereinst ein modernes Hightech-Qualitäts-Labor beherbergen soll. Damit will Jura seine Innovationskraft stärken, so Jura-Chef Emanuel Probst.


Geschwindigkeit und kompromisslose Qualität seien im Wettbewerb die entscheidenden Erfolgsfaktoren, so Probst. Deshalb werde die Laborkapazität verdreifacht. Digitalisierung und Automatisierung erlaube es den Entwicklungsteams, sich konsequent auf ihre Kernaufgaben zu fokussieren. Auch fördere der «Jura Campus» aktiv den Dialog und den Know-how-Transfer zwischen einzelnen Entwicklungsgruppen. «Das Resultat wird eine Beschleunigung von Innovationen sein», ist der Jura-Chef überzeugt.

Industrie 4.0


Bei der Neu- und Weiterentwicklung von Kaffeespezialitäten-Vollautomaten spielen Dauertests eine ausschlaggebende Rolle. In möglichst kurzer Zeit sollen die realen Betriebsbedingungen während eines gesamten Produkte-Lebenszyklus realistisch simuliert werden. Dabei fallen Abertausende von Datensätzen für jedes einzelne Gerät an. Eine der wesentlichen Prozessinnovationen im «Jura Campus» sind digitalisierte Abläufe. Ganz zu Beginn erfolgt eine Identitätserfassung der Geräte sowie die Zuteilung auf einen Trolley. Darauf verweilen die Geräte während der gesamten Entwicklungs- und Testphase. Ab dem Einchecken können alle involvierten Stellen jederzeit im «Skylab», einer Art Flugradar, sämtliche Funktionen und Messwerte der Geräte einsehen – vollautomatisch, vollständig und in Echtzeit. «Damit hält bei uns Industrie 4.0 Einzug», verrät Emanuel Probst.


10 Millionen Tassen Kaffee jährlich


Um exakt zu analysieren, wie sich einzelne Bauteile nach Jahren des Betriebs verhalten, werden im Herzstück des «Jura Campus» im Endausbau 102 automatisierte Prüfplätze zur Verfügung stehen. In wenigen Monaten simuliert jeder einzelne davon Jahre des Einsatzes im Haushalt. Die Zufuhr von Wasser und Kaffeebohnen erfolgt an den einzelnen Stationen genauso automatisch wie das Wegführen des Kaffeesatzes. Einmal in Betrieb, werden die Dauertests im «Jura Campus» jährlich rund 75 Tonnen Kaffeebohnen verbraucht. Damit dürften rund 10 Millionen Tassen Kaffee, Cappuccino, Latte macchiato, Cortado und andere Spezialitäten zubereitet werden. Abfall entsteht dabei nicht, denn schon seit Jahren arbeitet Jura mit einem Landwirt in der Region zusammen, der den Kaffeesatz kompostiert und aus ihm wertvolle Nahrung zur Bodenverbesserung gewinnt.


«Jura Campus» setzt auf Klimaräume


Reale Bedingungen werden im «Jura Campus» nicht nur quantitativ, sondern auch klimatisch herrschen. «Wir sind heute in rund 50 Ländern weltweit tätig», zeigt Emanuel Probst auf. «Vom hohen Norden bis in den tiefen Süden. Deshalb brauchen wir die Möglichkeit, unsere Vollautomaten auch unter härtesten Bedingungen testen zu können.» Klimaräume werden dies möglich machen. Modernste Sensorik liefert dabei immense Datenmengen, die, von intelligenter Software ausgewertet, zur Optimierung selbst kleinster Details dienen. Langfristig könne nur erfolgreich sein, wer sowohl seine Produktivität als auch seine Produkt-qualität permanent steigere, ist Probst überzeugt. Mit dem «Jura Campus» gehe Jura einen wichtigen Schritt in eine digitalisierte Zukunft. Eine offene Architektur mit lichtdurchfluteten Räumen und gläsernen Wänden greift die Thematik der Transparenz auf, die Jura seit der Einweihung der gläsernen Service-Fabrik im Jahre 2003 auch bautechnisch verfolgt. Ganz klar, der «Jura Campus» soll dereinst als Innovations-, Qualitäts- und Technologiezentrum eine Strahlkraft weit über die Wirtschaftsregion Solothurn hinaus entwickeln, aus der Schweiz in die Welt.

https://de.jura.com/de

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