• Christine Dicker

Trendthema Nachhaltigkeit

Aktualisiert: Sept 14

- HINTERGRUND -

Auf Messen finden nicht nur Begegnungen zwischen Menschen statt, dort findet Besucher auch wichtige Hinweise, welche Trends im Kommen sind. Durch den Lockdown hat all das gefehlt. Wir haben mittlerweile wieder einige Messen und virtuelle Pressekonferenzen besucht und versuchen uns an dieser Stelle an einem Überblick, zeigen Ihnen, was uns aufgefallen ist. Dieser Eindruck ist subjektiv, auch deshalb, weil er nur durch einige wenige Messen entstanden ist. Dennoch ...

Ein Thema, an dem niemand mehr vorbeikommt, lautet Nachhaltigkeit. Das beschäftigt uns schon länger, wird aber immer umfassender. So hat die Group SEB in ihrer virtuellen Neuheitenschau zum Beispiel die Serie ECOrespect der Marke vorgestellt. Die Gehäuse dieser Elektrokleingeräte bestehen zu 65 % aus recyceltem Material in all den Bereichen, die nicht mit Lebensmitteln in Kontakt kommen. Produziert wird die vier Teile umfassende Serie Eco Respect in Frankreich. Ein weiterer Beitrag zur Nachhaltigkeit: alle Geräte sind jetzt bis zu 15 Jahren reparierbar. Auch die Verpackung wurde überarbeitet und ist nun aus recycelter Pappe, kommt ganz ohne Kunststoff aus.

www.tefal.de

Koziol ist ja dafür bekannt, beim Material Kunststoff nach immer neuen Wegen zu gehen. Jüngst hat das Odenwalder Unternehmen den ISO TO GO Becher vorgestellt, der komplett aus recycelten Naturabfällen hergestellt wurde: Das innovative Material besteht zu 100% aus biobasierten Rohstoffen, davon 40% FSC zertifiziertes Holz. Diese Holzfasern kommen nicht vom Bambus, darauf weist Koziol ausdrücklich hin (Bambus gilt botanisch als Gras). Auch deshalb, weil der Verkauf von Geschirr, das aus Bambusfasern und Melamin besteht, mittlerweile verboten ist. Was heißt aber biozirkulär? Für die Gewinnung der Kunststoffe werden ausschließlich entsorgte Pflanzenöle aus der Gastronomie verwendet. Diese Öle wurden also zunächst als Lebensmittel verwendet, bevor sie ihr zweites Leben antreten. Der Vorteil besteht darin, dass man keine zusätzlichen Ackerflächen für die Gewinnung dieser organischen Rohstoffe benötigt. Das Holz stammt von Abfällen aus der Papierindustrie bzw. aus der Forstpflege aus europäischem, FSC-zertifiziertem Anbau. Diese Abfälle, sowohl die Pflanzenöle als auch das Holz, konnten bisher nur thermisch verwertet werden, das heißt sie wurden verbrannt. Bei Koziol finden sie einen neuen, sinnvollen Nutzen.

www.koziol.de

Auch das Unternehmen Klein & More hat bei der Serie Care der Marke Kreafunk den Anteil von Kunststoff um 35 % reduziert und diesen durch Weizenfasern ersetzt. Dies gibt den Produkten einen unverwechselbaren Look, der sich klar von den klassischen Kreafunk Produkten unterscheidet. Zur Care Serie gehört ein Mix aus verschiedenen Produkten, wie Mini-Bluetoothlautsprecher, Powerbank, Radio und anderes mehr. Auch an den Verpackungen wurde gearbeitet. Mit ca. 10% weniger Volumen (auch bei den klassischen Produkten) passen mehr Produkte in einen Container. Das Holz, aus dem die Schachteln der Care Serie gefertigt werden ist FSC-zertifiziert. Für die Lautsprecher-Fronten der Produkte werden Textilien aus 98% recyceltem Polyester einer dänischen Firma (Gabriel) verwendet, und die Lautsprecher-Front eines Produkts beinhaltet die Hälfte einer recycelten 0,5 L Plastikflasche.

https://www.kleinundmore.de/


Bei dem Unternehmen chic.mic liegt der Schwerpunkt des Sortiments auf Alternativen zu Einwegprodukten. Langlebigkeit und Wiederverwendbarkeit stehen im Vordergrund. Mit der bioloco plant Produktreihe geht das Unternehmen noch einen Schritt weiter: einerseits ist der verwendete Rohstoff sehr nachhaltig und andererseits hat chic.mic für die bei der Produktion verursachten Treibhausgase eine Kompensationsmaßnahme getroffen, bei der die doppelte Menge der verursachten Treibhausgase mithilfe von Klimaschutzprojekten wieder eingespart wird.

Bei der bioloco plant Kollektion handelt es sich um das pflanzenbasierte Material PLA (Poly Lactic Acid oder auch Polymilchsäuren), das aus Pflanzenzucker gewonnen wird und biologisch abbaubar ist. Typischerweise wird das Material aus Maisstärke, Maniok oder Zuckerrohr gewonnen. Somit hat das Material schon vor der Produktion zur CO2-Einsparung beigetragen. Es verbraucht bei der Produktion deutlich weniger Energie als zB. Edelstahl oder Glas. 1 kg PLA wird aus 1,6 kg Pflanzenzucker hergestellt. Die Produktion von 1 kg PLA benötigt 500 g C2 (zum Vergleich: die Produktion von 1 kg Plastik benötigt 5 kg CO2). Das Material ist hitzebeständig bis 140° Celsius. https://www.chicmic.de/

Das sind nur einige Beispiele, wie Unternehmen nachhaltige Produkte schaffen.


#nachhaltig

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