• Christine Dicker

Nachhaltigkeit & Co. kurz erklärt

Aktualisiert: Juni 24

- HINTERGRUND -

Klimaneutral, nachhaltig, slow living. In unserem Vokabular tauchen immer mehr Begriffe auf, die wir zwar alle eifrig verwenden, von denen wir oft aber nicht so genau wissen, was dahinter steckt. tischgespraech.de wirft an dieser Stelle einen Blick auf einige der wichtigsten Begriffe – das Thema ist komplex, wir beschränken uns daher bewusst.

Nachhaltigkeit


Nachhaltigkeit ist einer der meist verwendeten Begriffe in unserer heutigen Zeit. Schon im 18. Jahrhundert wurde dieser Begriff in der Forstwirtschaft verwendet: Es wurde gefordert, dass nicht mehr Bäume geschlagen werden, als auch wieder nachwachsen können.


Bis Mitte der 1990er Jahre war der Begriff vornehmlich in der wissenschaftlichen Diskussionzu finden. Danach wurde er auch im politischen Kontextgenutzt. Seit einigen Jahren geht es darum, was jeder Einzelnetun kann: Wie kann ich mich nachhaltig ernähren, kleiden, verreisen, leben? Was aber bedeutet Nachhaltigkeit konkret? Der von der deutschen Bundesregierungberufene "Rat für Nachhaltige Entwicklung" fasst die Grundideen des Nachhaltigkeitskonzeptes mit den Worten zusammen: "Nachhaltige Entwicklung heißt, Umweltgesichtspunkte gleichberechtigt mit sozialen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu berücksichtigen. Zukunftsfähig wirtschaften bedeutet also: Wir müssen unseren Kindern und Enkelkindern ein intaktes ökologisches, soziales und ökonomischesGefüge hinterlassen. Das eine ist ohne das andere nicht zu haben."

Quelle: https://www.nachhaltigkeit.info/

Slow Living


Kommt uns bekannt vor? Nur ein wenig anders? Ja: Slow Living wurde im Zuge der 1986 von dem Italiener Carlo Petrini gegründeten Slow-Food-Bewegung wiederentdeckt. Während sich Slow-Food nicht nur als Gegentrend zum Fast Food sieht, sich um die Bewahrung von „alten“ Lebensmittel bemüht und auf eine gemächlichere (Ess-)Erfahrung setzt, geht es natürlich beim Slow Living ums Wohnen. Über das Slow Food sich vor allem im englischsprachigen Raum der Trend zur Langsamkeit für andere Lebensbereiche. Das Wort „slow“ wurde zum Akronym für sustainable (nachhaltig), local (regional), organic (biologisch), whole (ganzheitlich).

Klimaneutral

Immer mehr Hersteller werben mit dem Aufdruck klimaneutral. Das steckt dahinter: Wenn die CO₂-Emissionen bei der Produktion auf ein Minimum reduziert bzw. komplett reduziert werden, dann spricht man von Klimaneutralität. In der Produktion kaum zu schaffen, daher darf sich ein Unternehmen oder auch ein Produkt dann klimaneutral nennen, wenn die anfallenden CO₂-Emissionen durch Klimaschutzmassnahmen kompensiert werden. Werden klimaschädliche Treibhausgase komplett vermieden oder bereits ausgestossene Gase an anderer Stelle wieder eingespart, spricht man von „klimaneutral“.


Für das Klima spielt es – im Gegensatz zur Luftverschmutzung – keine Rolle, wo Treibhausgase in die Atmosphäre gelangen und wo sie reduziert werden. Wichtig ist, dass die weltweiten Emissionen in der Summe abnehmen. Daher kann ein Unternehmen in Deutschland auch durch Unterstützung internationaler Klimaschutzprojekte klimaneutral werden. Die Möglichkeit ist durch den Clean Development Mechanism (CDM) des Kyoto-Protokolls gegeben.


Frischfaser


Gerade in einigen Lebens- und Genussmittelbereichen muss sichergestellt sein, dass durch die Verpackung keine Gerüche in die Produkte gelangen und deren Geschmack beeinträchtigen. In solchen Fällen produziert man zum Beispiel den Karton, also die Umverpackung, aus Frischfaser. Also aus Zellfasern des Holzes – ohne Zusatz von Altpapier. Letzteres ist teilweise durch Druckfarben auf Ölbasis verunreinigt, das heißt, es besteht die Gefahr, dass Mineralölrückstände in das Lebensmittel gelangen. Übrigens, ausgerechnet die Zigarettenindustrie verwendet für ihre Verpackungen einen der reinsten Kartons. Bei Herstellern solcher Kartonpapiere testen Menschen regelmäßig, ob das Papier auch keinen Geruch an das Produkt abgibt. Auch bei Schokolade wird das so gehandhabt.


Färbende Lebensmittel

Warum ist das Gummibärchen rot? Mit großer Wahrscheinlichkeit hat das Unternehmen, das diese Naschereien produziert, den Grundstoff dafür mit einem pflanzenden Lebensmittel eingefärbt. Das besteht aus verschiedenen Obst oder Gemüsesorten, aus denen man in einem rein physikalischen Verfahren nur unter Zugabe von Wasser diese Farben gewinnt. Die werden dann in so geringen Mengen dem späteren Produkt zugesetzt, dass sie zwar die Farbe, nicht aber den Geschmack abgeben. Ein Gummibärchen, das nach Rote Beete schmeckt, das will keiner. Bei den Inhaltsstoffen muss angegeben werden, woher die Farbe stammt. Gut, wenn E-Nummer oder die Bezeichnung Lebensmittelfarbe fehlt.


Meal Prepping

Durch die planvolle Zubereitung von Speisen soll eine ausgewogene und gesunde Ernährung erzielt werden – auch wenn in einem ausgebuchten Alltag dafür keine Zeit gegeben ist oder häufig unterwegs gegessen wird. Meal Prepper empfehlen Wochen-Speisepläne, die Mahlzeiten werden zentral (wahrscheinlich am Wochenende) zubereitet und sukzessive verzehrt. Dafür ist entsprechendes Equipment für die Lagerung und, beim Essen unterwegs, den Transport der Speisen notwendig, von klassischen Boxen bis hin zu Vakuumdosen. Kriterien für die Auswahl des Equipments sollten Vielseitigkeit und Langlebigkeit sein, um die Möglichkeit einer häufigen Verwendung sicherzustellen.


Neben der gesunden Ernährung stellt sich durch das planvolle Zubereiten als weiterer Effekt eine weitgehende Verwendung der gekauften Lebensmittel ein und damit eine Reduzierung des Lebensmittelmülls, der vom Umweltbundesamt mit etwa 80 Kilogramm pro Person in Deutschland angegeben wird.


Verpackungen

Die sind fester Bestandteil des Alltags. Ob flüssige Lebensmittel oder Waren, die nach der Onlinebestellung ins Haus kommen: Es muss und es gibt immer ein Drumherum. Dass die Verpackungen bei Verbraucherinnen und Verbrauchern auf der Beobachtungsliste stehen, zeigt eine Umfrage unter Onlineeinkaufenden: Drei Viertel (76 %) der E-Commerce-Kunden in Deutschland ist eine umweltverträgliche Verpackung wichtig oder sogar sehr wichtig.


Die Thematik erfordert eine differenzierte Betrachtung und ist nicht mit einem grundsätzlichen Aussortieren einzelner Materialien erledigt. Generell ist, wie in anderen Bereichen auch, die Vermeidung einer Verpackung das Ziel, das sich aber nicht in jedem Fall erreichen lässt. Durch eine Mehrfachverwendung gewinnen Materialien, die zunächst eine nachteilige Ökobilanz aufweisen, bessere Werte. Hier kommen Pfand- und Mehrwegsysteme ins Spiel und aus schweren und rohstoffintensiven Materialien können so sinnvolle Verpackungsmaterial werden, wenn dadurch viele Einsätze erreicht werden können. Erst danach sollte das Thema Recycling und Einwegverpackung als Faktor hinzukommen.


Upcycling

Das ist eine Form der Wiederverwertung von Stoffen. Scheinbar nutzlose Abfallprodukte werden mithilfe des Upcyclings in neuwertige Stoffe umgewandelt. Anders als beim Recycling oder Downcycling kommt es beim Upcycling zu einer stofflichen Aufwertung. Der Prozess der Wiederverwertung von vorhandenem Material reduziert den Bedarf an neu produzierten Rohmaterialien und wirkt sich somit schonend auf Ressourcen aus. Stoffe die beim Upcycling verwendet werden sind sehr vielfältig. Ausgediente Feuerwehrschläuche, Reste aus der Textilproduktion oder alte Armeedecken - alles findet eine Verwendung und kann in hochwertigere Produkte umgewandelt werden. Upcycling ist somit nicht nur ressourcenschonend,sondern verringert auch den Energieverbrauch und die Luft- und Wasserverschmutzung.

Quelle: https://www.nachhaltigkeit.info/

Recycling

Beim Recyclingprozess werden Rohstoffe aus Abfällen gewonnen, die wiederum in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt und die zu neuen Produkten verarbeitet werden. Dieser Recyclingprozess wird auch "stoffliche Verwertung" genannt. Dazu eignen sich vor allem Glas, Papier, Pappe, Eisen, Nichteisenmetalle und Kunststoffe. Eine wichtige Voraussetzung für die stoffliche Verwertung ist die möglichst sortenreine Sammlung der Wertstoffe oder die leicht mögliche Abtrennung vom übrigen Abfall. Die technischen Verfahren beim Recycling sind sehr unterschiedlich, doch allgemein besteht der Recyclingprozess aus der Veredelung oder der stofflichen Verwertung der gesammelten und sortierten Materialien. Der größte Vorteil beim Recycling ist, dass sich die Abfallmenge vermindert, währenddessen knapper werdende Rohstoffe geschont werden. Je nach technischen Recyclingverfahren entstehen beim Recyclingprozess auch Nachteile. Dies ist beispielsweise der Fall bei Kunststoff, da beim Recycling das Material nicht mehr in die ursprüngliche Qualität gebracht werden kann. Diesen Prozess der Abwertung nennt man auch Downcycling. Upcycling ist demnach ein Prozess, mit dem hochwertigere Produkte als bei der Primärherstellung hergestellt werden können. Sogenannte Spuckstoffe sind Reststoffe, die während des Recyclingvorganges bestimmter organischer Materialien anfallen.

Quelle: https://www.nachhaltigkeit.info/


FSCE-Zertifizierung


FSC® steht für „Forest Stewardship Council®“. Es ist ein internationales Zertifizierungssystem für nachhaltigere Waldwirtschaft. Das Holz von Möbeln, Spielzeugen, Büchern, Schulheften oder Bleistiften mit FSC-Siegel kommt aus Wäldern, die verantwortungsvoller bewirtschaftet werden.

Es gibt zehn weltweit gültige Prinzipien, die von allen FSC-Standards der verschiedenen Länder eingehalten werden müssen. FSC zertifiziert werden Wälder und Plantagen, die unter anderem nach strengeren ökologischen und sozialen Prinzipien bewirtschaftet werden. Das soll dazu beitragen, dass die Wälder langfristig erhalten bleiben können.


Die Vorstellung ein FSC-zertifizierter Wald sei völlig unberührte Natur trifft ebenso wenig zu wie die Vorstellung aus dem Wald würde nur wenig Holz entnommen. Wichtigstes Ziel des FSC ist es, dass die Wälder unserer Erde gleichzeitig umweltgerechter, sozialverträglicher und ökonomisch tragfähiger genutzt werden. Der FSC - 1993 in Folge des Umweltgipfels von Rio gegründet - ist eine nichtstaatliche, gemeinnützige Organisation. Er führt Unternehmer aus der Holz- und Forstwirtschaft, Umweltverbände, Gewerkschaften, Vertreter der Zivilgesellschaft und indigene Völker zusammen. Alle am Wald beteiligten Interessensgruppen sind hier gleichberechtigt anerkannt.


Es gibt auch ein FSC Mix-Kennzeichen, dh. Bei diesem Produkt werden FSC-zertifiziertes Holz und nicht zertifiziertes Holz miteinander verarbeitet. Greenpeace hat übrigens 2018 seine Mitgliedschaft bei FSC beendet. Die Umweltschutzorganisation betont zwar, dass der FSC ist immer noch das einzige glaubwürdige Siegel für ökologische Waldwirtschaft sei, lehnt jedoch eine industrielle Waldwirtschaft in Urwäldern konsequent ab. Der FSC zertifiziert jedoch auch Holz aus Regenwäldern.

Quelle: https://www.wwf.de/


#bessernachhaltig

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