ASA Selection: Knallbunte Farben für eine neue Tischkultur
- Christine Dicker

- vor 4 Stunden
- 5 Min. Lesezeit
- HINTERGRUND -
Ein sperriges Wort sorgte Anfang Februar auf der Ambiente für Aufregung: Der Antidumpingzoll in Höhe von 79 %, den die EU für Geschirr-Importe aus China erhebt. Nuno Gameiro, Vertriebsleiter bei ASA Selection, hat mit tischgespraech.de über den „Strafzoll“ gesprochen und welche Auswirkungen er auf das Unternehmen haben wird. Und natürlich ging es auch um Produkttrends.
Klare Worte findet Nuno Gameiro zum Antidumpingzoll und mit welcher Geschwindigkeit dieser eingeführt wurde. „Die EU hat den Zoll in Höhe von 79 % beschlossen und er war sofort gültig. Das alles kostet uns Unternehmen sehr viel Geld.“ Denn jeder Container, der zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des neuen Zolls am 5. Februar 2026 unterwegs war, wurde bereits mit diesem Strafzoll, wie ihn Gameiro nennt, belegt. Das hat schon auf der Ambiente für viel Gesprächsstoff gesorgt und natürlich tausche man sich, so der Vertriebsleiter, auch mit den Kollegen aus, wie man mit der Situation umgehe.
„Glücklicherweise sind wir in der Situation, dass wir nicht alle unsere Produkte aus China importieren. 50 % unseres Sortiments werden in Europa gefertigt, die anderen 50 % in Asien und davon 25 % in China.“ Diese Artikel sind dann de facto von dem Strafzoll betroffen und werden dadurch auch für ASA teurer.
Eine Preiserhöhung sei also erforderlich: „Wir haben uns eine Übergangsperiode verordnet, bevor wir die Preise anheben, auch weil wir mit unseren Kunden fair umgehen wollen. Bis zum 31. Mai 2026 bleiben die Preise unverändert. Auch im Hinblick auf die ohnehin schon angespannte Lage im Handel.“ Ab dem 1. Juni gelten dann neue Preise, die Erhöhung betreffe aber nicht einfach die aus China importierten Produkte, die dann um den Faktor x teurer werden würden, sondern man passe die Eckpreislagen quer durch alle Sortimente an. Auch die höheren Transportkosten, die durch die neue politische Situation im Nahen Osten entstanden seien, machten dies erforderlich.
„Am Ende des Tages geht es uns darum, dass das Produkt weiterhin preislich attraktiv am Markt bleibt.“ Es laufe daher auf eine Mischkalkulation hinaus, die Marge für den Handel bleibe konstant, so Gameiro. „Damit nehmen wir den Kunden zwei Sorgen: Zum einen wird die Marge nicht geringer. Und zum anderen können die Produkte weiterhin zu einem psychologisch vernünftigen Preis angeboten werden.“ Wie hoch die Preiserhöhung tatsächlich ausfallen wird, das war zum Zeitpunkt unseres Gesprächs Ende März noch nicht entschieden.
Und weil ASA eben ASA ist, erscheint zum 1. Juni ein neuer Katalog, in dem all die neue Preise abgebildet sind. Dieser wird aktuell in einer laut Gameiro Rekordzeit erstellt und übrigens aus Gründen der Nachhaltigkeit komplett in Deutschland produziert. Auch wenn man ihn in Asien günstiger herstellen könne …
Denn die Kosten seien nicht der Grund, warum man gewisse Artikel des Sortiments in China produzieren lasse. Und darum werde auch der Strafzoll nicht dazu führen, dass ASA Selection die Produktion dort abziehen werde. „Wir arbeiten in China seit vielen Jahren mit einem kleinen Familienbetrieb mit 70 Mitarbeitenden. Als sich der Gründer damals selbstständig machte, haben wir ihm eine Auslastung von 70 bis 80 % zugesagt. Das Unternehmen geht auf unsere Wünsche ein und setzt diese so um, wie wir es brauchen. Auch wenn wir manchmal mehrere Anläufe mit den entsprechenden Änderungen wollen, bis ein Produkt so ist, wie wir es haben wollen, man versteht uns dort. Das ist in einem größeren Unternehmen, in dem viele Prozesse standardisiert sind, nicht möglich,“ betont Gameiro. Man habe auch eine soziale Verantwortung gegenüber diesem Familienbetrieb. Aus all diesen Gründen stelle sich nicht die Frage, die Produktion aus China zu verlagern. Das wäre mit Qualitätseinbußen verbunden.
Dass der Antidumpingzoll in nächster Zeit wieder zurückgenommen werde, das sieht der Vertriebsleiter nicht. Obwohl er – wie auch viele andere Unternehmer – immer wieder Gespräche mit Politikern führe. „Wenn schlechte Entscheidungen in Brüssel getroffen werden, dann bringen diese viele Unternehmen, die ein vernünftiges Geschäft machen, in eine schwierige Lage. Das gefährdet den Mittelstand und das ist natürlich bitter.“
Soviel zum Strafzoll. ASA Selection ist aber auch Trendsetter, wenn es um den gedeckten Tisch geht, und genau um solche Trends geht es im zweiten Teil unseres Gesprächs, zu dem Katrin Schubkegel, Geschäftsführerin von ASA Selection, dazukommt. „Das Thema Farbe spielt aktuell eine große Rolle – immer dann, wenn die Welt in der Krise steckt, ist Farbe angesagt. Und mit Farbe meine ich knallbunt,“ so Gameiro.
Mit der Serie Viva Tapero hat ASA Selection genau die richtigen Produkte dafür im Sortiment, auch mit den neuen Farben von Joy greife man dieses Thema auf. Außerdem erfülle Viva Tapero noch ein weiteres Bedürfnis: Das zu vielen kleinen verschiedenen Gerichten, zum Food Sharing, das fördere die Gemeinsamkeit, den Zusammenhalt. Auch das ist in der jetzigen Zeit angesagt. Darum habe man Viva Tapero auch ganz bewusst als kleine Serie mit kleinen Tellergrößen gehalten. Insgesamt seien diese „kleinen“ Serie sehr gefragt, sie eignen sich auch ausgezeichnet als Geschenke, wie man am Matcha-Set sehe, welches in einer schönen Geschenkverpackung kommt.
Auch das Trendgericht Ramen hat ASA Selection aufgegriffen und bietet eine in Portugal handgedrehte Schale zusammen mit Löffel und Stäbchen an. Das alles schön verpackt in einem Geschenkkarton, in einer sehr fröhlichen, energievollen Bildsprache. Der Löffel, der übrigens einen Holzstiel und ein Löffelteil aus Keramik hat, diene als Support, erklärt mir Katrin Schubkegel: Mit diesem hebe man die Nudel unter die Stäbchen und schlürfe sie dann. „Schlürfen ist bei Ramen ausdrücklich erlaubt.“ Dazu gebe es noch Tee- und Sakeschalen. Im Handel werde dieses Angebot gut angenommen, man sehe das Potential. „Wir versuchen solche Trends aufzugreifen und ansprechend umzusetzen, damit erreichen wir ein ganz anderes Publikum. Für uns ist das ein neuer Weg, Produkte mit Verpackung komplett als Geschenkartikel anzubieten,“ so die Geschäftsführerin.
Diese Innovationsfreude, dieses immer am Puls der Zeit zu sein, das zeichnet das Höhr-Grenzhausener Unternehmen aus. Es wundert daher nicht, dass ASA Selection bereits zum zehnten Mal in Folge mit dem German Design Award ausgezeichnet wurde. Und das ist nur eine der zahlreichen Design-Auszeichnungen, die das Unternehmen im Laufe der Jahre erhalten hat. Nuno Gameiro betont an dieser Stelle, wie wichtig auch die enge Zusammenarbeit mit der Gastronomie sei: „Wir sind deren Partner, arbeiten seit vielen Jahren über mehrere Generationen mit den Restaurants zusammen. Von diesen bekommen wir viele Impulse für neue Trends.“ So wie die Gastronomie den Handel braucht, sei es auch umgekehrt der Fall – beide befruchten sich gegenseitig. „Wir versuchen Augen und Ohren offen zu halten. Und da wo es möglich ist, die Produkte und Kollektionen in unser Sortiment zu integrieren.“








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