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IDH-Konsumentenreport: Impulskäufe erfolgen meist stationär

Autorenbild: Christine Dicker
Christine Dicker
vor 3 Minuten
3 Min. Lesezeit

- NEWS -


Ob Angebot, Aktionsfläche oder Coupon: Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland lassen sich gerne zu Käufen inspirieren, die über ihren eigentlichen Einkaufszettel hinausgehen – vorausgesetzt, der Vorteil ist klar erkennbar. Das zeigt der aktuelle Konsumentenreport der Initiative Digitale Handelskommunikation (IDH), angeführt von Bonial, marktguru und Shopfully. Für den Report wurden 3.372 Konsumenten in den Apps der IDH-Initiatoren befragt.


Zusatzkäufe sind der Normalfall, nicht die Ausnahme


Wer mit Einkaufszettel ins Geschäft geht, kommt selten nur mit den geplanten Produkten wieder heraus: 53 % der Befragten lassen sich bei fast jedem Einkauf von Angeboten inspirieren, weitere 25 % greifen jedes dritte oder vierte Mal zusätzlich zu. Nur rund 6 % bleiben konsequent beim geplanten Einkauf. Dabei kaufen 60 % der Befragten mehrmals wöchentlich Lebensmittel oder Alltagsprodukte ein, Gelegenheiten für Zusatzkäufe gibt es also häufig.


Gefragt nach den stärksten Kaufanreizen, liegen klassische, unmittelbar spürbare Vorteile vorn: Gut sichtbare Aktionsflächen im Markt (46%) und Coupons oder Rabatte für den nächsten Einkauf (41%) animieren am ehesten zum Griff ins Regal, gefolgt von Mengenrabatten wie „3 für 2" (34%). Saisonale Themenwelten wie Grillsaison oder Backzeit überzeugen 22 %, passende Ergänzungsprodukte wie Grillkohle zum Grill oder Soße zur Pasta 14 %. Individuell zugeschnittene Empfehlungen in Apps oder Onlineshops kommen bei knapp 10 % der Konsument:innen gut an. Nur 13 % lassen sich von keinem dieser Formate zu Zusatzkäufen bewegen.


Impulskäufe sind häufiger als gedacht. Foto: Pixaby, Manfred Richter
Impulskäufe sind häufiger als gedacht. Foto: Pixaby, Manfred Richter

Zusatzkäufe passieren dort, wo Verbraucherinnen ohnehin unterwegs sind: 72 % erleben sie am häufigsten direkt vor Ort im Geschäft, weitere 11 % gleichermaßen online wie im stationären Handel, nur 2 % kaufen überwiegend im Webshop zusätzlich ein. Der stationäre Handel bleibt damit zentral für Impulskäufe. Bei den Produktkategorien zeigt sich ein klares Bild: Knapp 70 % kaufen am ehesten ungeplant Lebensmittel und Snacks. Drogerie- und Pflegeprodukte folgen mit 30 %, Getränke mit rund 27 %. Gefragt, in welcher Kategorie sie aufgrund eines Angebots die Marke wechseln würden, nennen 49 % Lebensmittel & Snacks. Bei Elektronik (4%) und Mode (3%) würde dies kaum jemand in Erwägung ziehen.


Bundles und Bonusprogramme: Ja, aber nur bei echtem Vorteil


Angebote wie „Set kaufen und sparen" oder „Kaufe 2, zahle 1" wirken bei fast der Hälfte der Befragten (48%), wenn der Preisvorteil klar erkennbar ist, 12 % würden unabhängig vom tatsächlichen Bedarf zugreifen. Ähnlich pragmatisch ist der Umgang mit Punkte- und Bonusprogrammen: 43 % lassen sich gelegentlich zu Zusatzkäufen motivieren, wenn es sich anbietet, 17 % sammeln gezielt Punkte – für 30 % spielen solche Programme dagegen keine Rolle für die Kaufentscheidung. Die positive Grundstimmung gegenüber Angebotskommunikation zeigt sich auch in deren Wahrnehmung: Mehr als die Hälfte der Konsument:innen (51%) finden entsprechende Angebote hilfreich, weil sie auf benötigte Produkte aufmerksam machen, weitere 32 % empfinden sie als inspirierend und entdecken dadurch Neues. Nur knapp 5 % finden diese Form der Ansprache störend.


Die Bereitschaft für Zusatzkäufe geht einher mit einem geschärften Bewusstsein fürs Budget: Um mit gestiegenen Preisen für Energie, Sprit und Lebensmittel umzugehen, vergleicht gut ein Drittel der Befragten (36%) gezielt mehrere Angebote, 33 % probieren günstigere Eigenmarken. Bemerkenswert: Selbst wenn sich die Preise wieder entspannen sollten, wollen nur 5 % zu alten Gewohnheiten zurückkehren, insbesondere der Angebotsvergleich (45%) und der Griff zur Eigenmarke (32%) sollen bleiben. Insgesamt sagen 54 % der Befragten, sie hätten gelernt, cleverer und bewusster einzukaufen.


Florian Reinartz, CEO bei Bonial: „Die Zahlen zeigen: Zusatzkäufe sind kein Kontrollverlust, sondern kalkulierter Konsum. Verbraucherinnen greifen dann zu, wenn der Vorteil für sie auf einen Blick erkennbar ist, ob über einen Coupon, eine Aktionsfläche oder ein transparentes Bundle. Fazit für den Handel: Wer seine Angebote klar und leicht auffindbar kommuniziert, gewinnt nicht nur den geplanten, sondern auch den ungeplanten Einkauf.“


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