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  • AutorenbildChristine Dicker

Nachhaltigkeit im Einzelhandel

Aktualisiert: 2. Aug. 2023

- NEWS -

 

Kreislaufwirtschaft, Energiesparen, Verpackungsrichtlinien – im Bereich Nachhaltigkeit finden aktuell viele Entwicklungen statt. Doch wie nachhaltig sind mittelständische Unternehmen in Deutschland? Gemeinsam mit dem Handelsverband Deutschland hat das Mittelstand-Digital Zentrum Handel Händlerinnen und Händler deutschlandweit nach ihrem Status quo und ihren Wünschen gefragt.

Die gute Nachricht: Ein Großteil der 425 Befragten aus dem Handel halten das Thema ökologische Nachhaltigkeit für wichtig bis sehr wichtig – immerhin ganze 86 %. Der rücksichtsvolle Umgang mit natürlichen Ressourcen, die Verwendung nachwachsender Rohstoffe oder recycelbare Produkte sind den Befragten also ein Anliegen. Besonders kleine Geschäfte mit weniger als fünf Beschäftigten halten die Thematik für sehr wichtig (47 %) oder wichtig (42 %), wohingegen das Bewusstsein mit der Größe des Unternehmens abnimmt. Nur noch 32 % der Unternehmen mit über 100 Beschäftigten empfinden das Thema als sehr wichtig, 36 % als wichtig. Mit 73 % ist sich die Mehrheit auch darüber einig, dass Nachhaltigkeit und Klimaschutz in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen werden. Doch verfügen die Befragten aus dem Handel auch selbst über ein Nachhaltigkeits- oder Klimaschutzkonzept? Die ernüchternde Antwort: bisher liegt der Schnitt bei ziemlich genau der Hälfte der Unternehmen. Daran, Kreislaufwirtschaft im Unternehmen zu etablieren, arbeiten durchschnittlich sogar nur 14 %. Wenig überraschend liegen die größeren Unternehmen darin vorn, Konzepte zu erstellen und Kreislaufwirtschaft umzusetzen. Denn obwohl sie dem Thema übergreifend weniger Bedeutung beimessen, verfügen sie über mehr Ressourcen, um es anzugehen.

Wie sieht es also bei der Umsetzung konkreter Maßnahmen aus? Ganze 82 % der Unternehmen setzen Energiesparmaßnahmen wie stromsparende Beleuchtung, die Regulierung der Raumtemperatur oder angepasste Temperatureinstellung des Warmwassers um. Immerhin zwei Drittel sind im Bereich Verpackungsmanagement und Plastiksparen aktiv. Mit dem Thema Klimaneutralität und CO2-Ausgleich befassen sich hingegen nur 14 %. 7 % der befragten Unternehmen haben bisher noch gar keine Maßnahmen umgesetzt. Wieso aber werden mögliche Maßnahmen bisher nicht umgesetzt? Gründe liegen vor allem bei fehlenden finanziellen Mitteln, beispielsweise zur Umrüstung – das sagen etwa die Hälfte der befragten Unternehmen. Für 35 % der Händlerinnen und Händler ist zudem die fehlende Zeit ein grundlegendes Problem, weiteren 26 % fehlt das nötige Wissen, wie und wo man das Thema Nachhaltigkeit im Unternehmen am besten angeht.


Die aktuelle Lage wirkt sich auch auf den Einsatz von digitalen Tools für Klimaschutz und Energieeffizienz im Handel aus. Nur 33 % nutzen sie und nur knapp 10 % planen es innerhalb des nächsten Jahres. Die Hemmnisse dabei sind vielfältig: für 69 % stellen die Kosten ein Problem dar, 42 % fehlt die Zeit, sich dem Thema verstärkt zu widmen. Für ein Drittel der Befragten ist angelehnt daran der Fachkräftemangel ein Problem. Auch hier zeigt sich, dass größere Unternehmen über mehr Möglichkeiten und Mittel verfügen: von den befragten Unternehmen mit über 100 Beschäftigten nutzt bereits jedes zweite digitale Tools im Unternehmensalltag.


Worauf wollen Händlerinnen und Händler mit Blick in die Zukunft ihren Fokus legen? Mit durchschnittlich 66 % steht das Thema Energiesparen weiter oben auf der Liste, gefolgt von einem Informationswunsch zu Förder- und Energieberatung. Platz 3 belegt der Wunsch nach Informationen über Verpackungsmanagement und Plastiksparen (39 %). Hier sind es vor allem die kleinen Unternehmen mit bis zu 5 Beschäftigten, die dem Thema das größte Interesse entgegenbringen. Anders sieht es im Bereich Klimaneutralität und CO2-Ausgleich aus: 31 % der befragten Unternehmen wünschen sich darüber mehr Informationen – dabei handelt es sich vor allem um Unternehmen mit über 21 Beschäftigten bzw. größeren Unternehmen mit über 100 Beschäftigten.

Generell wünschen sich knapp 59 % der Befragten mehr Anlaufstellen zur Beratung über Nachhaltigkeits- und Klimaschutzthemen. Das zeigt: Mit der Informationsarbeit ist es noch längst nicht getan.



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