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Volker Voss: Wir haben uns ambitionierte Ziele gesetzt

  • Autorenbild: Christine Dicker
    Christine Dicker
  • 7. Mai
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 14. Mai

- HINTERGRUND -

Zweimal innerhalb von 14 Monaten hat bei Städter der Inhaber gewechselt – das kann zur Herausforderung für alle Beteiligten werden. Nicht so bei Städter, wie Volker Voss, der als Geschäftsführer seit dem Rückzug von Peter Städter im Jahr 2024 an Bord ist, tischgespraech.de berichtet hat. Wie die Zusammenarbeit mit dem neuen Inhaber, der Kuhn Rikon AG, ist und was seit Juli 2025 passiert ist, das lesen Sie hier.


Volker Voss ist seit 2024 Geschäftsführer bei Städter.
Volker Voss ist seit 2024 Geschäftsführer bei Städter.

tischgespraech.de: Herr Voss, im April 2024 wurde Städter an Investoren verkauft, und Sie haben die Geschäftsführung übernommen. Im Juli 2025 hat dann Kuhn Rikon Städter gekauft – was ist seitdem passiert?

Volker Voss: Die Verantwortlichen von Kuhn Rikon haben uns von Beginn an sehr offen und wertschätzend aufgenommen. In einem ersten Schritt wurde der Status quo des Unternehmens umfassend analysiert. Dabei zeigte sich insbesondere im IT-Bereich deutlicher Handlungsbedarf, den wir unmittelbar adressiert haben. Inzwischen konnten wir unsere Systeme grundlegend modernisieren – sowohl in Bezug auf Hard- und Software als auch im Bereich Cybersecurity, wo wir nun deutlich besser aufgestellt sind.


tischgespraech.de: Wir sprachen damals bereits darüber, wie herausfordernd der Wechsel von einem Inhaber zu einem Investor für die Belegschaft ist. Bei Städter ist das nun zweimal innerhalb kurzer Zeit geschehen. Wie haben Sie und der neue Inhaber diesen Change gemeistert?

Volker Voss: Erfreulicherweise wurde der neue Eigentümer – wieder ein familiengeführtes Unternehmen – von der Belegschaft sehr positiv aufgenommen. Dass Kuhn Rikon im gleichen Marktsegment tätig ist und ähnliche Werte vertritt, hat die Integration erheblich erleichtert. Natürlich gilt es nach einer Übernahme zunächst, gemeinsame Synergien zu identifizieren und zu nutzen. Bei Städter betrifft das vor allem die Bereiche IT, Produktsortiment und den Ausbau der Vertriebskanäle. Kuhn Rikon bringt hierfür nicht nur die nötigen Ressourcen, sondern auch die erforderliche Geduld und Überzeugung mit.


Städter hat seine Verpackungen angepasst. Unter dem Logo erfolgt der Hinweis auf Kuhn Rikon.
Städter hat seine Verpackungen angepasst. Unter dem Logo erfolgt der Hinweis auf Kuhn Rikon.

tischgespraech.de: Wird in Allendorf am Unternehmenssitz von Städter produziert?

Volker Voss: Städter produziert traditionell nicht selbst. Unsere Kernkompetenz liegt in der Konfektionierung und Verpackung der Produkte nach Kundenwunsch – und daran wird sich auch künftig nichts ändern.


tischgespraech.de: Als Sie im April 2024 antraten, da formulierten Sie als eines Ihrer Ziele, die Digitalisierung bei Städter voranzubringen. Wie weit sind Sie damit und welche Unterstützung erfahren Sie dabei von Kuhn Rikon?

Volker Voss: Wie so oft steckt der Teufel im Detail: Wir haben festgestellt, dass verschiedene IT-Komponenten nicht mehr dem aktuellen Stand entsprachen. Die Modernisierung ist ein fortlaufender Prozess, der uns noch bis Jahresende begleiten wird. Parallel dazu haben wir jedoch bereits damit begonnen, unser Direktkundengeschäft (D2C) auszubauen und unsere digitale Sichtbarkeit zu erhöhen. Ein wichtiger nächster Schritt ist es, möglichst viele Systeme und Prozesse mit Kuhn Rikon zu harmonisieren, um Synergien optimal zu nutzen.


tischgespraech.de: Ein weiteres Ziel war die Evolution des Angebotes. Wie ist da der Stand? Und wie eigenständig agiert Städter hier? Oder stimmen Sie die Produktentwicklung mit Kuhn Rikon ab?

Volker Voss: Kuhn Rikon ist Experte für das Kochen und die Zubereitung, während Städter seine Stärke klar im Bereich Backen hat. In diesem Segment genießen wir weiterhin große unternehmerische Freiheit und bringen unsere Expertise aktiv in die Partnerschaft ein. Gleichzeitig können wir bei Bedarf jederzeit auf die Unterstützung von Kuhn Rikon zurückgreifen, etwa im Produktmanagement oder im Grafikbereich.


Die Weiterentwicklung unseres Sortiments haben wir unter anderem auf der diesjährigen Ambiente vorgestellt. Dazu zählen die neue Lizenzserie „PAW Patrol“ sowie eine klar strukturierte Sortimentslogik mit den Kategorien „good“, „better“ und „best“. Neu ist beispielsweise die Einstiegslinie „SimplyBake“ (good), die unterhalb unseres bisherigen Sortiments positioniert ist, während „SmartBake“ die Weiterentwicklung von „We love baking“ darstellt. Ergänzend stellen wir aktuell auf ein modernes, einheitliches Verpackungsdesign um – erste Einblicke dazu gab es ebenfalls bereits auf der Messe.


"PAW Patrol" kommt natürlich auch auf Backhelfern.
"PAW Patrol" kommt natürlich auch auf Backhelfern.

tischgespraech.de: Hat sich in der Zusammenarbeit mit dem Handel etwas verändert? Oder was ist da zu erwarten?

Volker Voss: Für unsere Handelspartner bleibt alles beim Bewährten: Der Vertrieb erfolgt weiterhin über unser etabliertes und flächendeckendes Netz an Handelsvertretern. Dieses Modell hat sich bewährt und wird auch künftig Bestand haben.


tischgespraech.de: Nun zu den Synergieeffekten – Städter ist stark in Deutschland, im Export gab es noch Nachholbedarf. Inwieweit partizipieren Sie hier vom Vertriebsnetz von Kuhn Rikon?

Volker Voss: Durch die Integration in die Kuhn-Rikon-Gruppe eröffnen sich uns neue internationale Perspektiven. So stehen uns beispielsweise eigene Retail-Stores in der Schweiz als zusätzliche Vertriebskanäle zur Verfügung. Darüber hinaus arbeiten wir aktuell mit den Tochtergesellschaften in Spanien, Großbritannien und den USA daran, passende Sortimente für diese Märkte zu definieren.


Inhaltlich ergänzen sich die beiden Marken ideal: Während Kuhn Rikon den Bereich Kochen abdeckt, setzt Städter dort an, wo es um Backen und Desserts geht. Genau diese Ergänzung war ein zentraler Beweggrund für die Übernahme. Eine Ausweitung der Städter-Marke auf Kochgeschirr wie Töpfe oder Pfannen ist jedoch nicht vorgesehen.


tischgespraech.de: Auf der Ambiente wurden neue Verpackungen vorgestellt, auf denen sichtbar wurde, dass Städter nun zu Kuhn Rikon gehört. Wollen Sie mir dazu etwas sagen und wie sieht es mit einem gemeinsamen Auftritt auf Messen aus?

Volker Voss: Die neue Verpackung ist ein wichtiger Bestandteil unserer angekündigten Weiterentwicklung. Ziel ist es, Städter weiterhin klar als eigenständige Marke im Bereich Backen zu positionieren und gleichzeitig die Zugehörigkeit zur Kuhn-Rikon-Gruppe sichtbar zu machen. So können beide Marken von ihrer jeweiligen Bekanntheit und Sympathie bei den Endverbrauchern profitieren.


Was die Messeauftritte betrifft, planen wir künftig verstärkt gemeinsame Präsentationen – etwa auf der Ambiente und ausgewählten Regionalmessen. Ob dies in Form separater, benachbarter Stände oder eines gemeinsamen Auftritts erfolgt, wird derzeit noch ausgearbeitet.


tischgespraech.de: Welches Fazit ziehen Sie nach den ersten Monaten mit Kuhn Rikon als neuem Inhaber?

Volker Voss: Die gesamte Belegschaft – einschließlich der Geschäftsleitung – ist sehr positiv überrascht von der Offenheit, dem Engagement und der Herzlichkeit, mit der wir bei Kuhn Rikon aufgenommen wurden. Ein schönes Zeichen dafür war auch die Einladung unserer gesamten Mitarbeitenden zur 100-Jahr-Feier in der Schweiz.


Gemeinsam haben wir uns ambitionierte Ziele gesetzt und sind nach den sehr positiven Rückmeldungen auf der Ambiente 2026 zuversichtlich, diese zu erreichen. Die Zusammenarbeit ist geprägt von einem kontinuierlichen Austausch, aus dem nahezu wöchentlich neue Ideen und Verbesserungen entstehen. Das wirkt enorm motivierend. Wir blicken daher mit großer Neugier und Freude auf die weitere gemeinsame Entwicklung.



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