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Vom Messerschärfen zum Ökosystem: Horl erweitert sein Sortiment für den Fachhandel

Autorenbild: Christine Dicker
Christine Dicker
vor 3 Stunden
3 Min. Lesezeit

- HINTERGRUND -

Timo Horl, Firmengründer und Geschäftsführer von Horl.
Timo Horl, Firmengründer und Geschäftsführer von Horl.

Seit zehn Jahre gibt es den Rollschleifer von Horl, nun schlägt das Schwarzwälder Familienunternehmen das nächste Kapitel auf. Mit einer innovativen Küchenschere und einem speziell entwickelten Brotmesser erweitert das Unternehmen sein Portfolio um Produkte, die das bestehende Schärfsystem ergänzen – und eröffnet dem Fachhandel damit lukrative Zusatzpotenziale. Timo Horl, Firmengründer und Geschäftsführer von Horl, hat tischgespraech.de erzählt, wie es dazu kam.


Wer im Fachhandel nach intuitiven, hochwertigen Messerschärfern fragt, landet unweigerlich beim Horl-Rollschleifer. Inzwischen in der dritten Generation am Markt und in über 30 Ländern vertreten, hat sich das Produkt aus dem Schwarzwald fest in anspruchsvollen Küchen etabliert. Doch Firmengründer und Produktentwickler Timo Horl ruht sich auf dem Erfolg nicht aus. Kunden und auch der Handel fragten ihn immer wieder nach einem Rollschleifer für Brotmesser oder Scheren.


Der Messerschleifer von Horl - ihn gibt es mittlerweile in der dritten Generation.
Der Messerschleifer von Horl - ihn gibt es mittlerweile in der dritten Generation.

Weil Timo Horl Produktentwickler ist, beschäftigte er sich natürlich mit dieser Frage, stellt aber bald fest, dass er das Thema anders angehen muss. Und drehte stattdessen die typische Fragestellung der Branche einfach um: Nicht das Schleifwerkzeug muss sich den vielen unterschiedlichen Brotmessern und Scheren anpassen, sondern neue Schneidwerkzeuge werden passgenau für das eigene Schärfsystem konzipiert.


Die Schere: Integrierter Schleifwinkel


Das erklärt Timo Horl an der neuen Schere. Bislang galt das Schärfen von Scheren als heikles Thema für Laien. Unterschiedliche Geometrien, ungeeigneter Stahl oder vernietete Verbindungen machten das Nachschleifen im Haushalt oft unmöglich. Bei der von Horl entwickelten Schere ist alles ein wenig anders. Während die Standard-Schleiflehren des Rollschleifers auf 15° und 20° ausgelegt sind, benötigt die Schere einen 45°-Schliff. Die Lösung: Die auseinandernehmbaren Scherenschenkel sind so konstruiert, dass sie den exakten 45°-Winkel freistehend halten.



Der Rollschleifer wird ohne Zusatzadapter einfach vorbeigeführt. Zudem sind die Scheren von Horl mit hochwertigem, gehärtetem Klingenstahl ausgestattet und werkzeuglos zerlegbar. Damit positioniert sich die Schere als langlebiges Investitionsgut für Profis (z. B. Schneiderhandwerk) und qualitätsbewusste Endkunden. Diese Entwicklung hat ihren Preis, aber, wie Timo Horl versichert, es gibt Menschen, die gewillt sind, ihn zu zahlen: „Unsere Schere kaufe ich einmal, sie hält ein Leben lang und ich kann sie selbst nachschleifen.“

Für den Fachhandel bedeutet das: Ja, es gibt Erklärungsbedarf beim Preispunkt, der sich durch die Argumente „letzte Schere, die man je kauft“ und die eigenständige Nachschleifbarkeit im Beratungsgespräch überzeugend auflösen lässt.

Hier geht es zum Video:


Das Brotmesser: Schärfen am Plateau statt im Wellental


Die zweite Innovation bei den Schneidwerkzeugen ist das Brotmesser von Horl, das aktuell auf dem Markt eingeführt wird. Im Küchenalltag war es bislang das Nadelöhr. Aufgrund seines Wellenschliffs konnte es nicht von Laien nachgeschliffen werden. Timo Horl erklärt, warum: „Da herkömmliche Wellenschliffe nicht plan über Schleifsteine geführt werden können, galten sie im Privathaushalt als unschleifbar.“ Bei Horl beschäftigte man sich intensiv mit der Problematik, und die Analyse der Produktentwickler zeigte: Ein Brotmesser stumpft primär an den Kontaktpunkten mit dem Schneidebrett ab, nicht in den tiefen Wellentälern. Darum hat das Horl Brotmesser in der Geometrie nicht nur Spitzen, sondern auch Plateaus. Und diese erhabenen, glatten Plateaus, die den Kontakt mit dem Schneidbrett abfangen, lassen sich mit dem Rollschleifer problemlos und ohne Spezialwerkzeug nachschärfen.


Das Brotmesser von Horl.
Das Brotmesser von Horl.

Die Klinge für das Brotmesser wird in Solingen gefertigt, während die Endmontage, Lasergravur und Qualitätskontrolle am Unternehmensstandort in Todtnau im Schwarzwald erfolgen. „Wir haben eine sehr gute Klingenfertigung in Deutschland. Und weil die Technologie so etabliert ist, können wir sehr hochwertige Produkte zu einem sehr fairen Preis anbieten,“ so Timo Horl. Bei den Griffen setzt Horl auf die bewährten Hölzer Nussbaum und Eiche – exakt abgestimmt auf die Rollschleifer. Die übrigens auch komplett in Deutschland gefertigt sind.


Das Brotmesser von Horl lässt sich mit dem Horl-Messerschleifer einfach nachschärfen.
Das Brotmesser von Horl lässt sich mit dem Horl-Messerschleifer einfach nachschärfen.

Für Facheinzelhändler bietet die Portfolioerweiterung handfeste Vorteile: Besitzer eines Rollschleifers erhalten neue Anreize, ihr Equipment um Schere und Brotmesser zu ergänzen. Jedes neue Werkzeug steigert den Nutzwert des bereits vorhandenen Schleifers. Auch das klare Bekenntnis zu „Made in Germany“ ist ein Vorteil: Sowohl Klingenfertigung als auch Holzverarbeitung und Endmontage bleiben fest in Deutschland verankert – ein wichtiges Verkaufsargument gegenüber Kopien, die nicht der von Horl gelieferten Fertigungsqualität entsprechen. Mit dieser Strategie hat sich Horl weltweit in mehr als 30 Ländern entabliert. Ziel des Unternehmens ist es, sich weitere neue Märkte zu erschließen, aber vor allem auch seine Stammkunden mit der gewohnten Qualität zu betreuen. Auf der kommenden Frankfurter Konsumgütermesse Ambiente wird Horl das Brotmesser sowie weitere Neuerungen präsentieren.



 
 
 

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