IVSH: Stimmung trübt sich ein
- Christine Dicker

- vor 2 Stunden
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- PRODUKTE -
Schwache Inlandsnachfrage und hohe Kosten belasten die Branche
Die Stimmung in der deutschen Schneid- und Haushaltwarenindustrie hat sich eingetrübt. Nach den positiveren Rückmeldungen der vorangegangenen drei Erhebungen zeigt der IVSH-Situations- und Tendenzbericht für das zweite Quartal 2026 ein zurückhaltenderes Bild. Von den teilnehmenden Unternehmen bewerten 45 % die Geschäftslage im Inland als schlecht oder sehr schlecht; lediglich 21 % beurteilen sie als gut. In den letzten Quartalen überwogen hingegen die positiven Einschätzungen. Besonders das Inland bereitet Sorgen: 55 % der Unternehmen melden dort gegenüber dem Vorjahr rückläufige Auftragseingänge. In der Gesamtbetrachtung verzeichnen 42 % einen Rückgang, nur 27 % eine Zunahme.
Kosten, Bürokratie und schwache Nachfrage belasten
Die größten Herausforderungen für die kommenden zwölf Monate sind steigende Rohstoffpreise (79 %), zunehmende bürokratische Belastungen (76 %), ein Rückgang der Aufträge (52 %) und steigende Energiekosten (46 %). Zugleich beobachten 73 % der Unternehmen bei ihren Kunden einen stärkeren Fokus auf das Preis-Leistungs-Verhältnis.
Auch beim Personal zeigt sich Zurückhaltung: Für das kommende Jahr erwarten 39 % eine sinkende Beschäftigung. 30 % rechnen mit stabilen Mitarbeiterzahlen, ebenfalls 30 % mit einem leichten Zuwachs. Für die Umsatzentwicklung im Inland gehen 33 % von einem Rückgang aus; nur 15 % erwarten einen Anstieg.
Insgesamt (In- und Ausland) sieht es etwas positiver aus: 27% erwarten einen leichten Anstieg der Umsätze, 48% keine Veränderung und 25% leichte Rückgänge. Das zeigt aber auch: Wachstumschancen sehen unsere Mitglieder nicht im Inland, dafür aber gleichermaßen im EU-Ausland und nicht EU-Ausland.
„Unsere Unternehmen geraten von mehreren Seiten unter Druck: Die Nachfrage im Inland schwächelt, während Rohstoff-, Energie- und Bürokratiekosten hoch bleiben. Dass viele Betriebe dennoch in Zukunft, Digitalisierung und Automatisierung investieren wollen, zeigt ihre Zukunftsbereitschaft. Dafür brauchen sie jetzt verlässliche Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und wettbewerbsfähige Energie- und Standortkosten“, sagt Jan-Frederik Kremer, Geschäftsführer des IVSH.
Trotz des schwierigen Umfelds planen 70 % der Unternehmen Investitionen in Digitalisierung und IT-Infrastruktur, 49 % in neue Technologien oder Automatisierung und 42 % in Mitarbeiterqualifizierung. Der IVSH fordert deshalb zügige Entlastungen bei Bürokratie, Energie- und Standortkosten, damit die vorhandene Investitionsbereitschaft in Wachstum und Beschäftigung münden kann.






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