• Christine Dicker

Interview mit Derek Miller, IHA

- EXKLUSIV: MESSE -

Die USA standen in diesem Jahr ganz besonders im Blickpunkt – auch, weil die IHA schon sehr früh im Jahr ihre für urprünglich März 2021 geplante The Inspired Home Show auf den August verschoben hat. Wir haben mit Derek Miller, Präsident der IHA, gesprochen, um zu erfahren, wie die aktuelle Lage der Branche und natürlich auch der Anmeldestand zur Messe ist.


tischgespraech.de: Derek, die IHA hat sich bereits sehr früh in 2020 entschieden The Inspired Home Show im März abzusagen und auf einen neuen Tremin im August 2021 zu verschieben. Was haben die Aussteller unternommen, um mit ihren Kunden in Verbindung zu bleiben – sowohl national als auch international?

Derek Miller: Im Juni und Juli 2020 haben wir einen digitalen Fragebogen an Händler in der ganzen Welt versendet, außerdem haben wir den direkten Kontakt zu Schlüssel-Händler in den Staaten, Kanada, Mexiko und Großbritannien gesucht, um herauszufinden, welche Strategien und Reisepläne sie verfolgen. Dabei hat sich herausgestellt, dass Reisen im ersten Quartal 2021 wahrscheinlich nicht möglich sind, aber voraussichtlich wieder im dritten Quartal stattfinden werden. Aufgund dieser Informationen haben wir uns entschieden, The Inspired Home Show 2021 in den August zu verschieben. Wenn man nun den aktuellen Stand zu COVID-19 betrachtet, dann scheint dies die richtige Entscheidung gewesen zu sein.

tischgespraech.de: Viele Messeveranstalter in der ganzen Welt setzen aktuell auf hybride Veranstaltungen ihrer Messe. Ist das auch für die IHA eine Option?

Derek Miller: Als uns der der Ausbruch von Covid-19 gezwungen hat, die Messe im März 2020 nur wenige Wochen vor dem geplanten Start abzusagen, hat die IHA sofort begonnen, die Präsenz Veranstaltungen der Seminare sowie der physischen Produkt-Displays in digitale Versionen umzuwandeln. Diese Veränderungen haben wir auf der Website der Messe unter TheInspiredHomeShow.com kommuniziert. Auf dieser Plattform haben Einkäufer Zugang zu den ausgezeichneten Produkten der Global Innovation Awards, sowie innovativen Produkten aus dem Bereich New Product Showcase, neuen nachhaltigen Produkten aus dem Bereich Trending Today Showcase sowie den aktuellen intelligenten Produkten von Ausstellern aus dem the Smart Home Pavilion. Darüber hinaus bieten wir ein großes Spektrum von lehrreichen Webinaren an – die Themen reichen von Konsumententrends aus demIHA Market Watch Report bis hin zu Nachhaltigkeit in den Lieferketten.


Außerdem verfügt die Messe mit Housewares Connect 365 über ein online directory, mit dem Einkäufer tausende von Unternehmen, Marken und Produkten suchen können. Aktuell launchen wir die 2.0 version dieser Seite, der Anfang 2021 verfügbar sein wird. Diese neue Seite punktet durch neue Schnittsetllen für die Nutzer und noch bessere Suchfunktionen. Begleitend zu diesem Projekt planen wir weitere Aktivitäten in verschiedenen Themenbereichen, um Einkäufer und Verkäufer in einem virtuellen Format zusammenzubringen. Details dazu geben wir in den kommenden Wochen bekannt.

tischgespraech.de: Erzählen Sie uns bitte noch etwas über die nächste The Inspired Home Fair: Wie ist der Anmeldestand? Haben sich bereits viele Unternehmen angemeldet oder diese sich noch zurück, um zu sehen, wie die Entwicklung bei Covid 19 ist?

Derek Miller: Der Anmeldestand für The Inspired Home Show 2021 ist sehr gut und entspricht dem, wie wir ihn auch in normalen Zeiten sieben Monate vor Messestart hatten. Ermutigt ist zudem, dass es nun einen Impfstoff gibt und mit den Impfungen Ende Dezember/Anfang Januar begonnen werden soll.

Der Wunsch, sich in der Branche wieder persönlich zu treffen und neue Produkte, Trends und Ideen zu entdecken ist stärker als je zuvor. Fachmessen werden aber weiterhin kritisch sein. Aber aufgrund der Gespräche mit Ausstellern und Händler sind wir sehr optimistisch, dass viele an der Messe im August teilnehmen werden. Aller Voraussicht nach wird die Messe die erste Gelegenheit für die interantionale Haushaltswarenbranche sein, sich wieder persönlich zu treffen.

tischgespraech.de: Eine letzte Frage: Sie mussten Ihre Messe in 2020 kurzfristig absagen – wie hat sich das wirtschaftlich auf die IHA ausgewirkt? Und wie ist die wirtschaftliche Lage Ihrer Mitglieder? Was hören Sie hier?

Derek Miller: Mit der Absage der Messe in 2020, waren wir gezwungen, einen Sparkus einzuschlagen. Uns haben schlicht die Einnahmen aus einem ganzen Jahr gefehlt. Glücklicherweise verfügt die IHA über genügend finazielle Rücklagen – die übrigens genau für so eine Krise gebildet wurden – um mit der Situation umzugehen. Daher, um Ihre Frage zu beantworten: Die wirtschafliche Lage der IHA ist stabil.

Dennoch, COVID-19 hat sich auf viele Unternehmen, wie Restaurants und Dienstleister, sehr zerstörerisch ausgewirkt. Die Anbieter von Haushaltswaren-Produkten haben profitiert. Lassen sich mich hier Joe Derochowski vom Marktforschungsinstitut The NPD Group zitieren, der die Situation sehr gut beschreibt:


Konsumenten sind sehr belastbar: Entgegen alle der Veränderungen in der Wirtschaft und im Handel während des Lockdowns, so kaufen Verbraucher dennoch sehr viele unterschiedliche Produkte.


Konsumenten entwickeln neue Gewohnheiten: Während des Lockdowns hat eine steigende Zahl von Menschen damit angefangen, zu backen, sich die Haare selbst zu schneiden und zu färben sowie sich mit Freunden und der Familie im virtuellen Raum zu treffen.


Die Essgewohnheiten der Verbraucher haben sich verändert: Sie essen mehr Mahlzeiten und Snacks zuhause, konsumieren mehr Alkohol daheim. Darüber hinaus hat die reduzierte gemeinsame Aktivitäte von Eltern und Kindern draußen, dazu geführt, dass man der Zubereitung von Frühstück und anderen Mahlzeiten mehr Zeit einräumt und diese insgesamt entspannter angeht.


Konsumenten arbeiten von daheim: Und wenn man den ganzen Tga zuhause ist, dann bereitet man nicht nur öfters sein Frühstück und andere Mahlzeiten selbst zu, sondern optimiert auch seine Küche, sein Esszimmer oder das Arbeitszimmer.


Konsumenten renovieren daheim. Ein Hauptaugenmerk liegt darauf, sich es daheim schöner zu machen, sei es die Küche zu renovieren, neue Fenster einzubauen oder den Außenbereich zu vergrößern. Jede Veränderung schafft die Möglichkeit, neue Verkäufe in diesem Bereich zu schaffen.


Konsumten haben während des Lockdowns mehr online gekauft. Online Verkäufe sind über alle Altersgruppen hinweg gestiegen, als aber die Geschäfte wieder aufgemacht haben, wurde auch wieder mehr stationär gekauft.


Händler haben sich runderneuert. Sie haben Wege gefunden, dass sich sowohl Kunden als auch Angestellte im Geschäft sicher fühlen konnten. Sie haben die Verkehrwege optimiert, Abholstationen und bargeldloses Bezahlen und Abholen eingerichtet.

All das zusammen hat dazu geführt, dass die Verkaufszahlen in der Haushaltswaren-Branche gestiegen sind.


tischgespraech.de: Derek, vielen Dank für das Gespräch!

https://www.theinspiredhomeshow.com/

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