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  • AutorenbildChristine Dicker

Ritter setzt auf Made in Germany

- HINTERGRUND -

 

In diesem Frühjahr hat Ritter mit seinem neuen Allesschneider tondo13 und neuen Verkaufsmöbeln für Aufsehen gesorgt. Anlass genug, sich das Unternehmen näher anzuschauen. Ich habe Erwin Rupp, Vertriebsleitung DACH, Victoria Keller, Marketingleitung, und den geschäftsführenden Gesellschafter Michael Schüller in Gröbenzell bei München getroffen und viel erfahren.

So zum Beispiel, dass das Unternehmen 1905 mit einer Messerputzmaschine startete. Wer sich jetzt fragt, was das denn ist: Anfang des 20. Jahrhunderts waren Bestecke noch nicht aus Edelstahl, die Klingen der Messer liefen also an und rosteten. Mit den Messerputzmaschinen ließ sich dieser Rost einfach entfernen. Mehr als 1.000.000 solcher Maschinen verkaufte Ritter, dann kam der rostfreie Stahl und machte sie überflüssig.


1932 stellte Ritter dann seine erste Brotschneidemaschine vor und legte damit den Grundstein für seinen Erfolg. Im Laufe der Jahre wurde dieses Produkt weiter entwickelt. Heute hat das Unternehmen eine Vielzahl solcher Allesschneider im Sortiment – elektrisch angetriebene ebenso wie manuell bedienbare, aus Kunststoff wie auch aus Aluminium, Standgeräte wie auch solche zum Einbau. Was aber geblieben ist: Alle Geräte werden nach wie vor in Gröbenzell bei München gefertigt, dorthin ist man 1982 umgezogen, nach dem die Räumlichkeiten in Pasing zu klein geworden waren.


Das Made in Germany ist einer der USPs von Ritter, ein weiterer ist, dass das Unternehmen in der eigenen Werkstatt selbst jahrzehntealte Geräte repariert. „Es kommen immer wieder Menschen bei uns hier vorbei und bringen ihren Allesschneider zur Reparatur,“ erklärt Erwin Rupp. Natürlich kann jeder auch sein Gerät beim Fachhandel abgeben, der schickt es dann ein. Im Onlineshop wird zudem ein umfangreiches Ersatzteilsortiment angeboten. Dieser Reparaturservice ist ein klares Plus, auch natürlich im Hinblick auf die Nachhaltigkeit. Die wird bei Ritter sowieso groß geschrieben: Neben der Produktion in Deutschland, dem zeitlosen Design, der hohen Qualität setzt das Unternehmen auch auf eine nachhaltige Unternehmensführung. Dafür hat es übrigens Ende Februar auch eine Auszeichnung für „nachhaltige Unternehmensstrategie“ erhalten.


Aber natürlich geht es in erster Linie um die Qualität der Geräte. Ritter hat sich die Perfektion auf die Fahne geschrieben, die erreicht das bayerische Unternehmen durch den eigenen Werkzeugbau, durch die eigene Fertigung und viel Tüftelei – alles zusammen führt zu einem sehr präzisen Ergebnis. All das hat Ritter die Marktführerschaft eingebracht, die das Unternehmen seit 2017 im Bereich der Allesschneider innehat: „Wir sind stolz darauf, die meisten Allesschneider in Deutschland zu verkaufen,“ freut sich Rupp. 2022 hatte Ritter laut gfk einen Marktanteil von 47,8 % in diesem Segment.


Verkauft werden übrigens 70 % der Ritter-Produkte in Europa, 20 % im Raum Ozeanien und 10 % im südamerikanischen Raum. Vor allem bei den Einbaukleingeräten hat sich Ritter weltweit eine einzigartige Stellung erarbeitet: Neben Allesschneidern können auch Toaster, Stabmixer oder Sockelsauger eingebaut werden.


Zurück aber zu den Allesschneidern: Ritter deckt mit seinem Portfolio die gesamte Bandbreite ab – von den Premium-Geräten über den Comfort-Bereich bis hin zur Economy-Klasse. „Allesschneider sind ein Nischenprodukt, aber eines, bei dem es sich lohnt, genauer hinzusehen,“ erläutert Erwin Rupp. Denn gerade in Bezug auf Nachhaltigkeit und Abfallvermeidung sind Allesschneider ein echter Gewinn. Egal ob Käse, Wurst oder Brot – wer diese Lebensmittel am Stück kauft und selbst nach Bedarf frisch aufschneidet, der darf sich nicht nur über einen unverfälschteren Geschmack freuen, sondern auch über weniger Abfall. Wobei sich natürlich mit so einem Allesschneider – wie der Name schon sagt – eben alles schneiden lässt.


Diese Kriterien erfüllt das neueste Ritter-Produkt, der tondo13 – ganz besonders. Der wurde auf der Ambiente vorgestellt und ist durch seinen einzigartigen Motorkopf für Brot und Aufschnitt gleichermaßen geeignet. Das Messer, das übrigens wie alle Ritter-Messer aus Solingen kommt – ist bei diesem Allesschneider mit 19 cm Durchmesser extra groß. Der Kondensatormotor ist nicht nur kräftig, sondern auch besonders leise und wartungsfrei. Ein leichtgängiger Schlitten und ein Gerätebau, der die Reinigung leicht macht, runden den Neuzugang ab. Mit tondo13 läutet Ritter eine Portofolioerweiterung hin zu „professional“ und damit der vierten Kategorie ein.


Ritter hat in seinem Sortiment aber nicht nur Allesschneider (von denen übrigens einige auch Designauszeichnungen erhalten haben), sondern auch Küchengeräte wie Toaster, Kaffeemaschine, Wasserkocher und Stabmixer. Diese wurden in den 2010er-Jahren von Martin Dettinger entworfen und fühlen sich in ihrem geraden, schlichten Design der Bauhaustradition sowie dem Qualitätsanspruch der Allesschneider verpflichtet. Von denen wurden übrigens etliche von Karl Dittert für Ritter entworfen – einem Designer, der sich der Bauhaus-Tradition verpflichtet fühlt. So schließt sich der Kreis. Gefertigt werden diese übrigens auch in Gröbenzell.


2024 startet Ritter also richtig durch: mit tondo13, den neuen Verkaufsmöbeln und einer weiteren Neuheit, die im September auf den Markt kommen soll: Dem BEEZER, einem Kühler, mit dem sich Getränke innerhalb von 3 bis 6 Minuten von Raumtemperatur auf ca. 9 Grad herunterkühlen lassen. Für eiskalte Getränke lässt sich die Kühlzeit einfach verlängern. Der BEEZER ist damit laut Ritter mindestens zehnmal schneller als ein Gefrierfach, benötigt keine Kühlmittel wie Wasser und Eis und spart im Vergleich zu einem Weinkühlschrank bis zu 75 % Energie. Mit entwickelt hat den BEEZER übrigens Moritz Schüller, einer der beiden Söhne von Michael Schüller. Ende 2020 hat Familie Schüller Ritter übernommen. Man darf gespannt sein, welche Ideen noch aus Gröbenzell kommen werden.







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