Wer profitiert am stärksten vom Weihnachtsgeschäft?
- Christine Dicker

- 1. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit
- HINTERGRUND -
Dass das Weihnachtsgeschäft für den Einzelhandel eine wichtige Rolle spielt, ist kein Geheimnis. Wie sehr Wohl und Wehe von den letzten Wochen des Jahres abhängen, unterscheidet sich jedoch von Händler zu Händler deutlich. So erzielen Spielwarenhändler beispielsweise rund ein Viertel ihres Jahresumsatzes im November und Dezember. Im gesamten Einzelhandel - ohne Pkw-Handel - liegt der Anteil bei nur 18,5 %.
Die Statista-Grafik, auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamtes, verdeutlicht, welche Händlerkategorien besonders stark vom Weihnachtsgeschäft profitieren. Dazu ein Blick auf das Umsatzplus, das die jeweiligen Händler im November und Dezember 2024 gegenüber dem Jahresdurchschnitt erzielen konnten. Wenig überraschend liegen dabei genau die Händlerkategorien auf den ersten Plätzen, die beliebte Weihnachtsgeschenke im Sortiment haben. So lag der Umsatz von Spielwarenhändlern im November und Dezember 2024 fast 50 % über dem Jahresmittel. Auch Unterhaltunselektronik, Bücher und Bild- bzw. Tonträger erfreuen sich im Weihnachtsgeschäft großer Beliebtheit.
Weniger stark profitieren dagegen Händler, die vor allem den täglichen Bedarf abdecken, allen voran der Lebensmitteleinzelhandel. So lag dort das Umsatzplus zum Jahresende bei gerade einmal 7,6 Prozent. Ähnlich sieht es im Textilhandel aus. Kleidung ist zwar auch ein beliebtes Weihnachtsgeschenk, wird jedoch das ganze Jahr über nachgefragt. Überdurchschnittlich profitiert auch der Internet- und Versandhandel vom Weihnachtsgeschäft. Ein Umsatzplus von 28,2 % zeigt, dass sich viele Deutsche in der Weihnachtszeit den Weg in die Innenstadt sparen und stattdessen lieber von zuhause einkaufen.
Für den Einzelhandel sind die zwei letzten Monate des Jahres zugleich die wichtigsten. 18,5 % des Jahresumsatzes erzielte der deutsche Einzelhandel im vergangenen Jahr im November und Dezember. Bei Gleichverteilung läge der Umsatzanteil bei zwei Zwölftel, also 16,7 %.
„Das Jahresende entscheidet bei vielen Unternehmen über die Bewertung des gesamten Geschäftsjahres,“ so Alexander von Preen, Präsident des Handelsverbands Deutschland. In diesem Jahr blickt die Branche allerdings eher vorsichtig auf den Jahresendspurt. Der HDE erwartet für das diesjährige Weihnachtsgeschäft einen Umsatz von 126,2 Milliarden Euro, was einem Plus von 1,5 % gegenüber dem Vorjahr entspräche. Inflationsbereinigt entspricht diese Prognose bestenfalls einem Nullwachstum.
Im vergangenen Jahr hatte die Branche im Weihnachtsgeschäft laut Daten des Statistischen Bundesamts noch ein preisbereinigtes Umsatzplus von 2,7 % erzielt. Wie die Grafik zeigt, waren die vergangenen zwei Jahre keine leichten für den deutschen Einzelhandel. Sowohl 2023 als auch 2024 lag der preisbereinigte Gesamtumsatz unterhalb des Levels der Vorjahre. Die Inflation hat die Konsumlaune deutlich getrübt und auch in diesem Jahr zwingen die hohen Preise viele Verbraucher zum Sparen – auch im Weihnachtsgeschäft. Laut HDE erwarten 80 % der befragten Handelsunternehmen zurückhaltende Verbraucher, 83 % rechnen damit, dass die Kunden angesichts der Preisentwicklung stärker auf den Preis achten werden.







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