• Christine Dicker

Fasana setzt auf alternative Rohstoffe

Aktualisiert: 19. Sept.

- HINTERGRUND -

 

Als Start up kann man die Fasana GmbH wirklich nicht bezeichnen – denn am Unternehmenssitz in Euskirchen fertigt man seit über 100 Jahren Tissue Paper. Dennoch – der 1.1.2022 ist ein Neubeginn. An dem Tag wurde die Marke Fasana endlich im Firmennamen sichtbar, und das Team begann eine komplette Serviettenkollektion mit der Marke Fasana für den Fachhandel zu entwickeln. Anke Schäfer, Head of Marketing & Product Management, hat tischgespraech.de erzählt, was den Handel erwartet und was in den vergangenen Monaten passiert ist.

tischgespraech.de: Frau Schäfer, Servietten gehören zum gedeckten Tisch dazu. Mit der Marke Fasana kommen Sie nun als zusätzlicher Anbieter dazu. Was hat das Unternehmen veranlasst, diesen Schritt zu tun?

Anke Schäfer: Wir sind ein bedeutender Hersteller und Lieferant von schnelllebigen Konsumgütern in den Bereichen At Home und Away from Home und richten alles danach aus, um der perfekte Begleiter für die Mahlzeit zu sein. Wir beliefern bereits den deutschen Lebensmitteleinzelhandel mit den Eigenmarken sowie den Großhandels- und Gastrobereich. Bei uns geht Innovation schon immer Hand in Hand mit unserer über 100-jährigen Tradition. Letztes Jahr haben wir uns bewusst entschieden, die Marke FASANA zu stärken und das Markengeschäft im hochwertigen Fachhandelsbereich mit zu bereichern.

tischgespraech.de: Wie haben Sie den Vertrieb aufgestellt, um den Fachhandel adäquat zu bedienen?

Anke Schäfer: Neben dem Key Account Management, die den At Home und Away from Home Bereich betreuen, gibt es für den Fachhandel ein neu geschaffenes Handelsvertreternetzwerk, das die Kunden direkt und vor Ort betreut. Um die unterschiedlichen Bedürfnisse des Marktes zu befriedigen, gibt es seit Juli für unsere Fachhandelskunden auch die Möglichkeit, unsere magic moments Kollektion online über den B2B-Shop auf magic-moments.fasana.de zu bestellen.

tischgespraech.de: Was macht Sie attraktiv für den Handel? Was machen Sie anders als die anderen?

Anke Schäfer: Der Handel und Fachhandel profitiert von unserer langjährigen Papiererfahrung und Papierliebe sowie der Professionalität als ganzheitlicher Lieferant, Kundenbedürfnisse zu erkennen und zu bedienen. Bei uns bekommen die Kunden alles aus einer Hand: von Trendstudien, Design-Entwicklung, Farb- und Repro-Management, Tissue Produktion, Verarbeitung, Verpackungslösungen, Lieferungen sowie Kundenservice. Durch unsere Vorort-Herstellung an unserer eigenen Papiermaschine sind wir flexibel mit der Planung als auch mit dem Einsatz von alternativen Rohstoffen wie Gras oder Baumwolle. Unsere Produkte sind Made in Germany.

tischgespraech.de: Bei Fasana gibt es Servietten aus Baumwolle, aus Gras. War das technologisch eine Herausforderung? Und wie lange hat diese Entwicklung gedauert? Was sind die Vorteile dieser Materialien?

Anke Schäfer: Uns ist ein verantwortungsbewusster Umgang mit den Rohstoffressourcen wichtig. Besonders interessant neben Zellstoff sind für uns Rohstoffe, die schnell nachwachsen, die wenig Energie bei der Herstellung benötigen oder auch beispielsweise einfach als Restwertstoffe übrigbleiben. Mit Gras haben wir einen regionalen Rohstoff, der keine extra Anbauflächen benötigt, schnell nachwächst und energie- und wasserschonend hergestellt werden kann. Bei Cotton-Mix verarbeiten wir ein Nebenprodukt, das bei der Baumwollölproduktion übrigbleibt. Durch unsere eigene Papiermaschine können wir kurzfristig neue Materialien testen. Es kommt ganz auf das Produkt und die Beschaffenheit des Rohstoffs an. Eine Entwicklung kann mehrere Monate in Anspruch nehmen, bis das gewünschte Produkt geboren ist. Die Produktweiterentwicklung ist ein stetiger Prozess bei uns.


tischgespraech.de: Unterscheiden sich Servietten aus diesen Materialien in punkto Haptik? Und wie sieht es mit dem Preis aus?

Anke Schäfer: Gras-Servietten haben sichtbare Gras-Elemente und einen leichten Heu-Duft. Von der Haptik sind sie mit den normalen bedruckten Tissue-Servietten vergleichbar. Preislich haben wir die Lunch Servietten gleich platziert. Bei der Entwicklung der Cotton-Mix Servietten, die 50 Prozent Baumwolle enthalten, war neben dem starken Nachhaltigkeitsgedanken die Weichheit und Haptik ein wichtiges Kriterium. Wir haben während der Entwicklung des Materials viel „angefasst und gefühlt“ bis wir mit dem Ergebnis zufrieden waren. Cotton-Mix ist allein durch das Dinner-Format 38 x 38 cm schon höherpreisiger einzuordnen.

tischgespraech.de: Erzählen Sie mir noch etwas zum Sortiment! Zu den Designs und den Anlässen?

Anke Schäfer: Servietten sind meistens Impulskäufe – z.B. „Die Farbe gefällt mir. Das Design passt großartig zu meiner Einrichtung.“ – oder es gibt einen konkreten Anlass, zu dem ich Servietten benötige: „Ich erwarte Gäste zum geselligen Zusammensein. Ich feiere meinen Geburtstag. Ich möchte den Nachmittag bei Kaffee und Kuchen genießen. Und natürlich benutzen wir Menschen Servietten besonders an den offiziellen Feiertagen wie Weihnachten oder Ostern.“

Florale Motive in verschiedenen Farben und Formen sind immer sehr beliebt und passen gut zu verschiedenen Anlässen. Wir haben zusätzlich Designs mit freudigen Botschaften wie „Schön, dass du da bist.“, die auch gern gekauft werden und den Gästen am Tisch direkt ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Einige Motivserien aus unserer Kollektion sind modern und mutiger.


tischgespraech.de: Eine neue Marke in diesen Zeiten zu etablieren, das ist sicherlich nicht einfach. Wie kommen Sie voran und was sind die größten Herausforderungen? Wie ist das Feedback aus dem Handel?

Anke Schäfer: Es gab großartiges Feedback auf den beiden Fachhandelsmessen im Juli auf der TrendSet in München und der Nordstil in Hamburg. Wir überzeugen mit modernen Motiven und vor allem auch unser alternatives Produkt Gras-Servietten kam sehr gut an. Wir haben erste Kunden gewinnen können und liefern unsere Produkte aus. Der Serviettenmarkt ist zwar herausfordernd, und trotzdem sind wir davon überzeugt, dass wir unseren Platz mit den magic moments im Fachhandel finden werden.

tischgespraech.de: Was dürfen wir von Fasana in diesem Jahr noch erwarten und welche Ziele wollen Sie noch erreichen?

Anke Schäfer: Wir möchten noch möglichst viele Fachhändler mit unseren magic moments Servietten begeistern und zu zufriedenen Kunden machen. Dafür sind unter anderem auch unsere Social-Media-Kanäle wichtig, auf denen wir noch mehr Präsenz zeigen möchten. Bis zum Ende des Jahres stehen außerdem die nächsten Messevorbereitungen an. Wir freuen uns schon jetzt, im Januar 2023 unsere Frühjahrs-Sommer-Kollektion zu präsentieren, unsere Kunden dorthin einzuladen und zu überraschen.


tischgespraech.de: Last but not least – wenn Sie einen Wunsch frei hätten, welcher wäre das?

Anke Schäfer: Dass wir Menschen uns trotz der aktuellen Situation nach wie vor bewusst Zeit für- und miteinander nehmen. Bezogen auf unser Business und unsere Überzeugung ist der Wunsch, dass wir uns Zeit für bewusste Mahlzeiten an einem schön gedeckten Tisch nehmen, magische Momente erleben und genießen sowie natürlich die Tradition der Benutzung einer Serviette fortführen. Vielen Dank für die Möglichkeit dieses wunderbaren Interviews.

www.fasana.de

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