• Christine Dicker

Neue Impulse für ein traditionelles Handwerk

- KONZEPTE -

Das erzgebirgische Kunsthandwerk steht für Tradition – mit Denkstatt Erzgebirge ist am 1.1.2020 ein Projekt an den Start gegangen, das sich mit der Zukunft dieses Handwerks beschäftigt. Eine der Fragestellungen lautet, wie sich die Tradition in das neue Jahrzehnt transportieren lässt. tischgespraech.de sprach darüber mit dem Projektleiter Wolfgang Braun.


Ihren Sitz hat die Denkstatt Erzgebirge in Seiffen in einem alten Dreiseitenhof. Ausgestattet ist sie mit einer Projektwerkstatt, in der junge Kreative arbeiten können. Das Projekt der Gemeinde Sachsen wird gefördert vom Landwirtschaftsministerium Sachsen, ist auf fünf Jahre ausgelegt und einer der Sieger des sächsischen Ideenwettbewerbs simul+ 2019.


Neben seiner Arbeit als Leiter dieser Initiative hat Wolfgang Braun sein eigenes Unternehmen für Erzgebirgische Volkskunst in Deutschneudorf, in dem er fünf Mitarbeiter beschäftigt. „Ich habe auch schon vor der Denkstatt mit jungen Designern ehrenamtlich gearbeitet. Meine lange Berufserfahrung und meine Vernetzungen kommen mir jetzt sehr zugute“, so Braun. Einige der Fragen, mit denen sich die Denkstatt Erzegbirge beschäftigt, sind zum Beispiel wie die nächste Generation Erzgebirgischer Kunsthandwerker aussehen kann. Wo werden neue Konzepte im Design, Marketing und Vertrieb benötigt?


Braun betont, wie wichtig neue Einflüsse sind: „Die gab es in der Vergangenheit bereits immer wieder, jetzt ist es wieder soweit.“ Konkret sieht die Arbeit der Denkstatt Erzgebirge so aus, ein Bindeglied zwischen den ansässigen Handwerkern und Manufakturen und jungen Kreativen zu schaffen.


Braun bringt die Menschen in Workshops, Vorträgen und Stammtischen zusammen – das Interesse ist da: Zum Beispiel von Wendt & Kühn, der Dregeno oder von Flade Miniaturen. „Wir waren auf einem guten Weg, bis Corona kam“, so Braun. Aber von diesen veränderten Rahmenbedingungen ließ sich die Denkstatt nicht aufhalten und rief kurzerhand einen Online-Wettbewerb für Spielzeug, mit dem man sich im Lockdown beschäftigen kann, aus. Denn das Thema Spielwaren hat schon immer zum Erzgebirge gehört, es ist aber in den vergangen Jahren ein wenig in den Hintergrund getreten.


19 junge Designer und Azubis haben sich gemeldet und ihre Vorschläge eingereicht. „Die Fülle der eingereichten Ideen hat uns überwältigt“, freut sich Wolfgang Braun. Von Brettspielen mit selbst gebastelten Figuren aus Salzteig oder Klopapierrollen, Musterlegespielen mit verschiedenen Nudelsorten, einem Kreiselaus Postkarten, Beschäftigungsbüchleinund bunt bemalten Holzklötzchenaus selbst im Wald gesammelten Ästen bis hin zu Lege- und Erinnerungsspielen mit selbstgemachten Kärtchen zum Ausmalen – hier gibt es für jeden etwas zum Spielen zu entdecken. Mehr zum Wettbewerb gibt es hier.

Jetzt geht es zurück in die Normalität, die die Denkstatt aber auch vor einige Herausforderungen stellt: „Wir sind sehr stark mit dem Tourismus verbunden, der fehlt jetzt erst einmal.“ Eine Chance für das Handwerk in der Region sieht Braun darin, bei der Vermarktung noch stärker den Aspekt der Nachhaltigkeit zu betonen: „Wir haben schon immer in kleinen Kreisläufen produziert. Der Rohstoff Holz kommt von hier, unsere Produkte sind langlebig angelegt.“ Ein spannendes Projekt, finden wir. tischgespraech.de wird es weiterhin aufmerksam verfolgen und darüber berichten.

www.denkstatt-erzgebirge.de


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