Die Citymacher Fürth: gegen Leerstand in der Innenstadt

- HINTERGRUND -
Allein 2026 werden 4.900 Geschäfte in Deutschland verloren gehen. Damit setzt sich der strukturelle Wandel in den Innenstädten weiter fort, die Folge sind immer mehr Leerstände. Dass man das so nicht hinnehmen muss, zeigt die fränkische Stadt Fürth. Dort hat man mit Citymacher einen Wettbewerb ins Leben gerufen, der Geschäfte in die Innenstadt bringen soll.
Eingereicht wurden zu dem Wettbewerb 72 ausgearbeitete Innenstadtkonzepte. „Die Qualität der Konzepte hat uns überwältigt“, sagt Wirtschaftsreferent Horst Müller, der in Fürth für Citymacher verantwortlich ist. Eine Jury, die sich aus Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Wirtschaftsbereiche zusammensetzte, bewertete die Konzepte aus unterschiedlichen Blickwinkeln – von der Idee über die wirtschaftliche Tragfähigkeit bis hin zum Mehrwert für die Fürther Innenstadt. So brachte die VR TeilhaberBank Metropolregion Nürnberg ihre Expertise insbesondere bei der wirtschaftlichen Umsetzbarkeit und Finanzierung ein.
Gewonnen haben drei Konzepte, die nach Meinung der Jury frische Ideen in die Fürther Innenstadt bringen. Das sind ein traditionelles Schuhmacherhandwerk, K-Pop-Community und ein modernes Fischrestaurant. Diese drei, die bei einer feierlichen Preisverleihung im Historischen Rathaussaal in Fürth bekannt gegeben wurden, werden nun gemeinsam mit einem starken Netzwerk aus Stadt, Wirtschaft und regionalen Partnern bei der Umsetzung ihrer Geschäftsideen unterstützt.
Wirtschaftsreferent Horst Müller: „Wir haben erlebt, wie viel Kreativität, Mut und Unternehmergeist in Fürth steckt.“ Auch die Jury zeigte sich begeistert: Jurorin, Laudatorin und nicht zuletzt Leiterin der IHK-Geschäftsstelle Fürth Dr. Maike Müller-Klier sprach beim Lesen der Bewerbungen von „wahren Glücksmomenten“. Für infra-Geschäftsführer Marcus Steurer, der auch sowohl in der Jury als auch Laudator für Citymacher war, stand deshalb fest: „Eigentlich sind wirklich alle Gewinner. Es ging nicht darum, wer nicht gut genug für die Umsetzung war, sondern darum, welche Konzepte die Jury am Ende noch ein Stück mehr überzeugt haben.“
Die hohe Qualität der Bewerbungen führte dazu, dass Citymacher über den Wettbewerb hinaus weitergedacht wird. Neben den drei prämierten Konzepten sollen auch weitere vielversprechende Ideen auf ihrem Weg begleitet werden. Alle Bewerberinnen und Bewerber erhielten im Rahmen der Preisverleihung eine Dankes-Urkunde und tosenden Applaus als Anerkennung für ihre Konzepte und ihr Engagement.
Und das sind die drei Gewinner:
Mit ZEEBRAHAM bringt Erman Aykurt traditionelles Schuhmacherhandwerk in moderner Form zurück in die Fürther Innenstadt. Das Konzept verbindet die Herstellung individueller Sneaker mit Reparaturangeboten, nachhaltigen Materialien und erlebbarem Handwerk.
Mit Aegyo entsteht ein von der Familie Dobler-Eberhard geführter K-Pop-Store, der weit über einen klassischen Fanartikel-Shop hinausgeht. Geplant ist ein Treffpunkt für die K-Pop-Community mit ausgewählten Produkten, Veranstaltungen und Mitmachangeboten.
Mit Fishismuss entsteht ein von Familie Atli geführtes Gastronomiekonzept, das Fisch modern interpretiert und mit hochwertigen Zutaten sowie kreativen Rezeptideen das kulinarische Angebot der Fürther Innenstadt bereichert.
Starke Partner begleiten die Umsetzung
Mit der Auszeichnung beginnt für die Gewinner nun die nächste Phase: die Umsetzung ihrer Konzepte. Gemeinsam mit einem starken Partnernetzwerk werden sie bei der Suche nach einer passenden Gewerbefläche unterstützt und erhalten eine mietfreie Citymacher-Fläche in der Fürther Innenstadt. Ergänzt wird das Unterstützungspaket durch persönliche Begleitung von der Planung bis zur Eröffnung durch die starken & tatkräftigen Partner, die diesen Wettbewerb möglich gemacht haben. Z.B. Gründungs-, Finanzierungs- und Bankberatung durch die VR-Teilhaber-Bank Metropolregion Nürnberg, einen Stromkostenzuschuss der infra fürth, Unterstützung bei Ladenplanung und Ladenbau, vergünstigte Rechts- und Steuerberatung, ein kostenloses Website- und Onlineshop-Paket von Jimdo sowie Unterstützung bei Öffentlichkeitsarbeit und Medienpräsenz durch die Citymacher-Medienpartner. Darüber hinaus profitieren die Gewinner vom Citymacher-Netzwerk mit Workshops, persönlicher Beratung und wertvollen Kontakten.
Mit dem ersten Citymacher-Wettbewerb ist damit nicht nur ein Wettbewerb erfolgreich zu Ende gegangen, sondern der Startschuss für die Umsetzung neuer Geschäftsideen in der Fürther Innenstadt gefallen. Die ausgezeichneten Konzepte sind dabei erst der Anfang – denn Citymacher soll auch künftig Menschen mit guten Ideen auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit begleiten.
Passend brachte es Alexander Bohn, Jurymitglied und Vertreter des Fürther Jugendrats, in seiner Laudatio auf den Punkt. Er griff den berühmten Ausspruch von Helmut Schmidt „Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen“ augenzwinkernd auf und formulierte ihn für Fürth neu: „Wer Visionen hat, soll einfach nach Färrd kommen.“ Ein Satz, der den Geist des ersten Citymacher-Wettbewerbs wohl kaum besser beschreiben könnte.









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